Kurzarbeit, Laptop, Drucker...

"Wie soll das gehen?"

Corona als große finanzielle Herausforderung

16.04.2020
"Da zahlt man den Strom dann einen Monat später und die Heizung auch. Weil es nicht anders geht." (Symboldbild: © elenbessonova – stock.adobe.com)
"Da zahlt man den Strom dann einen Monat später und die Heizung auch. Weil es nicht anders geht." (Symboldbild: © elenbessonova – stock.adobe.com)

Die Corona-Krise hat das Leben von allen Menschen verändert. Für Familien ist jetzt besonders viel anders. Und für alleinerziehende Eltern, die schon vor Corona mit wenig Geld auskommen mussten, ist die "neue Normalität" meist ein Albtraum.

"Es ist eigentlich unfassbar und es macht mich wütend", sagt Maria K. (Name geändert). Maria K. hat zwei Kinder im Alter von 11 und 16 Jahren. Vor einigen Tagen musste sie in Kurzarbeit und ins Homeoffice gehen. Die Alimente wurden herabgesetzt, weil die Väter der Kinder arbeitslos geworden waren.

Und dann noch: Schule zu Hause. "Laptop, Drucker, Scanner – am besten in doppelter Ausführung, damit beide Kinder gleichzeitig lernen können", sagt Maria K. Da dürfe es niemanden überraschen, wenn vieles auf der Strecke bleibt. "Da zahlt man den Strom dann einen Monat später und die Heizung auch. Weil es nicht anders geht."

Maria K.'s neuer Alltag: Zähneputzen, Deutsch, Biologie, arbeiten, Mathe, Englisch, kochen, putzen, Sportunterricht, Wäsche waschen, für die Firma erreichbar sein. "Wie soll man das alles unter einen Hut bringen?" Jeder Vater und jede Mutter würde etwas anders mit dem eigenen Kind lernen, meint K. Sie selbst wisse nicht immer genau, wie etwas funktioniere, muss sich den Stoff zuerst selbst aneignen. "Und dann kommen sie irgendwann wieder in die Schule, und jeder ist auf einem anderen Stand."

"Daheim ist nicht mehr daheim", sagt Maria K. "Daheim ist jetzt Schule. Und Home-Office." Abstand nehmen, sich zurückziehen, Ablenkung – all das gibt es fast nicht mehr. Und es gibt auch ganz praktische Herausforderungen: "Mein älteres Kind muss für die Schule unbedingt zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Laptop sitzen. Ich brauche den Laptop aber auch für die Arbeit. Wie soll das gehen?"

Dass die Regierung nun an Bundesschulen Notebooks zur Verfügung stellen will, ist für Maria K. vor allem eines: "viel zu spät." Die Kinder an den Schulen konnten ja nicht einfach warten. Das Problem bestehe seit Wochen. "Was hätten diese Kinder tun sollen? Fünf Wochen fehlen, das geht ja nicht."

Überhaupt findet Maria K., dass viele der Maßnahmen zu spät seien. "Man braucht die Hilfe jetzt und nicht irgendwann."

Beratungsstellen wie jene der Diakonie seien vor allem wichtig, um die Hoffnung nicht ganz zu verlieren. "Jemand, der dir zuhört, deine Probleme versteht und dir mit Stellen weiterhilft, an die du dich wenden kannst. Das ist viel Wert", sagt Maria K. "Aber Lösung für das grundsätzliche Problem ist es keine."

Mittlerweile haben sie und ihre beiden Kinder einen Rhythmus gefunden, sagt K. "Man schafft gemeinsam einen Ablauf, damit vor allem die Kinder eine gewisse Regelmäßigkeit haben. Die brauchen Sie, die gibt ihnen Sicherheit. Und mir auch."

Armutsbetroffene in der Corona-Hilfe explizit berücksichtigen!

"Einkommensarme müssen als hoch verletzliche Gruppe eingestuft und in der Corona- Ausgleichshilfe explizit berücksichtigt werden", fordert die Direktorin der Diakonie, Maria Katharina Moser, von den Maßnahmen der Regierung ein.

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Spenden für Corona Hilfsfonds

Die Diakonie hat einen Corona Hilfsfonds eingerichtet und bittet um Spenden:

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