Frühförderung

Singen, Spielen, Dasein – auch und gerade in Corona-Zeiten

Frühförderung in Zeiten von Corona.

25.04.2020
Birgit und Kroko.
Birgit und Kroko.

Normalerweise fährt Birgit Hanl jede Woche zu 7 Familien. Sie ist Frühförderin im Diakonie Zentrum Spattstraße und begleitet Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren zu Hause in der vertrauten Umgebung. "Es sind Kinder mit Entwicklungsverzögerung und Beeinträchtigungen. Aufgrund von Corona sind diese Hausbesuche jetzt leider nicht möglich", erzählt Birgit. Sie ist wie ihre 25 Kolleginnen in der Frühförderung derzeit in Kurzarbeit. Den Kontakt zu den Familien halten sie telefonisch und über Video.

Dabei greift Birgit Hanl auf Rituale zurück, die den Kindern bereits vertraut sind. Mit der Handpuppe "Kroko" begrüßt sie die Kinder. Als "Kroko" singt sie den Kindern Lieder vor, zeigt ihnen Fingerspiele und unterhält sich mit ihnen. Die Frühförderin verwendet auch Mitmach-Bücher. Sie erzählt die Geschichte und zeigt den Kindern Bilder. Die Kinder machen über Video mit, indem sie z.B. pusten, weil sich der kleine Hase weh getan hat. "Auch die Raupe lieben die Kinder. Sie entscheiden dann, was sie zu fressen bekommt" und beobachten freudig, wie sie sich in Birgits behutsamen Händen in einen bunten Schmetterling verwandelt.

  • "Auch die Raupe lieben die Kinder."
  • "Sie entscheiden dann, was sie zu fressen bekommt."
    "Sie entscheiden dann, was sie zu fressen bekommt."
  • Und beobachten freudig, wie sie sich in Birgits behutsamen Händen in einen bunten Schmetterling verwandelt.
    Und beobachten freudig, wie sie sich in Birgits behutsamen Händen in einen bunten Schmetterling verwandelt.

Die Frühförderin hat immer auch ein offenes Ohr für die Fragen und Sorgen der Eltern. "Eine Hauptfrage der Eltern ist jetzt, wie sie Kinder beschäftigen können bzw. was sie ihren Kindern anbieten können, um sich selbst zu beschäftigen." Birgit Hanl singt Lieder, die sie auf Video aufnimmt. Die Eltern spielen den Kindern die Videos vor und singen gemeinsam. Besonders berührt ist die Frühförderin von der Erzählung einer Mama, die mit ihrer kleinen Tochter bei einer Kontrolluntersuchung im Krankenhaus war. "Im Wartezimmer hat Klara immer und immer wieder das Lied gehört und war ganz ruhig dabei."

In einer Zeit, in der Einkäufe aufgrund der Geschäftsschließungen nicht möglich waren oder aus Sicherheitsgründen auf ein Minimum reduziert wurden, geht es um "Spielideen mit Dingen, die in vielen Haushalten ohnehin zu finden sind". Die kreative Frühförderin hat gemeinsam mit einigen Kolleginnen Ideen gesammelt und den Eltern online zur Verfügung gestellt.

Als Ehefrau und Mutter von zwei Kindern im Alter von 7 und 9 Jahren, weiß sie, wovon sie spricht. "Die erste Zeit war für uns alle entschleunigend." Denn der normale Familienalltag war zwischen Arbeit, Schulaufgaben, Fahrdiensten für die Kinder, Einkauf, Haushalt und den Ausbildungsterminen sehr durchgetaktet. "Unsere Kinder haben sich erstaunlich schnell an die neue Situation angepasst, aber jetzt sehnen wir uns wirklich alle schon nach der Öffnung der Schulen und nach realen und nicht nur virtuellen Kontakten."

Spenden für Corona Hilfsfonds

Die Diakonie hat einen Corona Hilfsfonds eingerichtet und bittet um Spenden:

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