Geschäftsführerin des Diakonie Zentrums Spattstraße ist Managerin des Jahres

Es geht uns immer um Zukunftsmusik

Oberösterreichs „Managerin des Jahres 2018“ heißt Andrea Boxhofer. Seit 2012 ist die 55-jährige Oberösterreicherin als Geschäftsführerin des Diakonie Zentrums Spattstraße im Einsatz, wo sie bereits im Jahr 1987 ihre berufliche Heimat als Logopädin fand.

26.11.2018
Die neue Managerin des Jahres Oberösterreich, Andrea Boxhofer
(v.li.) Schirmherrin und WKOÖ-Präsidentin Mag. Doris Hummer, die neue Managerin des Jahres Mag. (FH) Andrea Boxhofer und VKB-Generaldirektor Mag. Christoph Wurm.
Andrea Boxhofer is Geschäftsführerin des Diakonie Zentrum Spattstraße und Managerin des Jahres 2018 in Oberösterreich

Oberösterreichs „Managerin des Jahres 2018“ heißt Andrea Boxhofer. Seit 2012 ist die 55-jährige Oberösterreicherin als Geschäftsführerin des Diakonie Zentrums Spattstraße im Einsatz, wo sie bereits im Jahr 1987 ihre berufliche Heimat als Logopädin fand. Am 22. November 2018 wurde Andrea Boxhofer bei einem Galaabend im Kundenforum der VKB-Bank in Linz als „Managerin des Jahres“ ausgezeichnet und geehrt.

Andrea Boxhofer im Porträt

„Ich freue mich riesig, weil damit auch die hervorragende Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Diakonie Zentrum Spattstraße gewürdigt wird. Die Auszeichnung ist ein wichtiges Signal für den Wert sozialer Arbeit. Sie ist ein bewusst gesetztes Zeichen in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft, ein Zeichen für Solidarität und soziale Verantwortung. Ich bin sehr dankbar dafür,“ freut sich Andrea Boxhofer über die Ehrung.

Boxhofers auftrag seit 1987: "Alle Kinder haben ein Recht auf Sprache"

1987 fand die 24-jährige Andrea Boxhofer ihre berufliche Heimat als Logopädin im Diakonie Zentrum Spattstraße. Ihr Ziel war es, auch jenen Kindern „eine Sprache zu verleihen“, die nicht sprechen können.

1996 übernahm Andrea Boxhofer die Leitung der mobilen heilpädagogischen Frühförderung und Familienbegleitung.

Im Jahr 2008 gelang es, die Kommunikations-Frühförderung im Oö. Chancengleichheitsgesetz zu verankern. Das Diakonie Zentrum Spattstraße gilt hier österreichweit als Vorreiter. Mit der Handschrift von Andre Boxhofer hat sich die Einrichtung darüber hinaus schon bald einen Namen als Anbieter im Netzwerk der Frühen Hilfen in Österreich gemacht.

Führungsverständnis: Dirigentin des „Spatti-Orchesters“

Andrea Boxhofer war in verschiedenen leitenden Positionen tätig bevor sie 2012 gemeinsam mit ihrem Kollegen Mag. (FH) Heinz Wieser die Geschäftsführung übernahm.

Ihren Führungsstil beschreibt sie als den einer „Dirigentin“. Das „Spatti-Orchester“ bestehe aus lauter Spezialistinnen und Spezialisten für deren Gesamterfolg sie als Chefin verantwortlich sei. Führung bedeute für sie vor allem Beziehungsgestaltung und die Abstimmung der vielen Instrumente aufeinander. Die wichtigste Frage, die hinter jeder Entscheidung steht, lautet:

„Was bedeutet das für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die wir hier betreuen?“

Transparenz, Offenheit und gegenseitiges Vertrauen stehen im Vordergrund und prägen die Unternehmenskultur. Und was wird gespielt? „In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geht es immer um Zukunftsmusik.“

Was sich die neue „Managerin des Jahres“ wünscht

„Ich wünsche mir, dass soziale Einrichtungen als der enorme Wirtschaftsfaktor gesehen werden, der sie tatsächlich sind. Die Bezeichnung Non Profit Unternehmen greift viel zu kurz. WIR sind ein SOCIAL Profit Unternehmen. Der Gewinn, den wir erwirtschaften ist ein gemeinnütziger, die ganze Gesellschaft profitiert davon – menschlich und finanziell. Obwohl wir nichts produzieren ist unser Rendite eine sehr hohe. Jeder investierte Euro kommt vielfach zurück“, erklärt Andrea Boxhofer.

Zwei Mädchen spielen im Kindergarten mit Bausteinen (Bildnachweis: Ulrike Wieser)

Aktuelle Längsschnittstudien aus Deutschland belegen das eindrucksvoll. Wachsen kleine Kinder in hoch belasteten Familien mit mindestens zwei Risikofaktoren wie Gewalt, Armut, Arbeitslosigkeit oder psychisch kranken Eltern auf, dann sind 52% dieser Kinder im Alter von 19 Jahren sozial auffällig, psychisch krank oder an einer Sucht erkrankt. Wären diese Familien und Kinder in ihrer Entwicklung von Anfang an begleitet und unterstützt worden, hätte sich der Staat hohe Folgekosten erspart und den jungen Menschen eine dramatische Entwicklung.

Konkret belegbar ist: Jeder investierte Euro in Frühförderung kommt 8-fach zurück und die Rendite ist bei den Frühen Hilfen, bei der Betreuung von armutsgefährdeten Familien oder bei Familien mit hoher Gewaltbereitschaft, Arbeitslosigkeit oder Alkoholproblematik sogar 1:16 bis zu 1:22. Erforscht wurde das von James Hackmann, der den Nobelpreis dafür erhielt, dass er den Wirkungsgrad von sozialer Dienstleistung errechnet hat.

Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz

Die „Spatti“, wie die Einrichtung liebevoll von Kindern und MitarbeiterInnen genannt wird, besteht aus 850 Mitarbeiter*innen, 90 % davon sind Frauen. Jährlich werden ca. 3.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreut.

Alle Informationen zu unserer Arbeit www.spattstrasse.at

Initiatoren und Partner der Auszeichnung „Managerin des Jahres“

Andrea Boxhofer wurde von einer Jury aus insgesamt 111 Einreichungen als die neue „Managerin des Jahres“ gekürt. Die von der VKB-Bank initiierte Auszeichnung hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer echten Marke für erfolgreiche Frauen in Oberösterreich entwickelt. VKB-Generaldirektor Mag. Christoph Wurm bezeichnet Andrea Boxhofer als „Frau, die ihrer Zeit voraus und abseits von Trends unternehmerische Verantwortung trägt und einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft leistet.“

Partner der Wahl 2018 sind: „Frau in der Wirtschaft“, „Frauen im Trend“, das „Frauennetzwerk“ im OÖ. Presseclub und EWMD (European Women‘s Management Development Network). Schirmherrin der Wahl ist Mag. Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer OÖ. 

Innerhalb nur eines Monats wurden gleich zwei Führungskräfte der Diakonie unabhängig voneinander zum Manager bzw. zur Managerin des Jahres gekürt! Die Auszeichnungen für Andrea Boxhofer und Hubert Stotter unterstreichen die Wichtigkeit von professionellem Management mit hoher Verantwortung im Sozialbereich.