Was Menschen mit fortgeschrittener Demenz brauchen

Eine Oase der Geborgenheit

Mit fortschreitender Demenz ist die Welt von Frau F. kleiner geworden. Vieles, was früher war, hat sie nach und nach hinter sich gelassen. Trotzdem sieht man, dass sie Freude spüren kann.

24.09.2019

Die Betten und Liegestühle im dritten Stock des Haus St. Peter in Klagenfurt, sind einer großen Fensterfront zugewandt. Wer raussieht, kann draußen spielende Kinder sehen, und den Gärtner bei der Gartenarbeit beobachten.

Das Aus-dem-Fenster-Schauen ist, was jetzt für Frau F. die Welt bedeutet. Vieles, was früher war, hat sie nach und nach hinter sich gelassen. Frau F. lebt mit Demenz. Sie ist bettlägerig und intensiv pflegebedürftig. Ihr geht es wie den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern, die in der „Oase“ leben. Die „Oase“ ist ein Gemeinschaftsraum im Haus St. Peter, in dem sich speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen im fortgeschrittenen Stadium kümmern.

Sonja Wieser, Pflegedienstleitung im Haus St. Peter, erzählt:

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die meisten Menschen in dieser letzten Phase der Demenz in der Gemeinschaft am besten entspannen können, weil sie ein großes Bedürfnis nach Nähe haben.

Bewohnerinnen und Bewohner, die wir in der Oase begleiten, können sich in der Regel nicht mehr mit ihren eigenen Worten ausdrücken. Trotzdem schätzen sie, wenn wir sie an der Hand berühren, ihnen leise Melodien ins Ohr summen oder sie an frisch gekochten Speisen riechen lassen - sie zeigen uns durch ihre Gestik, Mimik und Körperspannung, wie sie sich fühlen.“ 

Beruhigende, angstfreie Umgebung

Man merkt an der intensiven Rund-um-die-Uhr-Betreuung, dem Licht, den Farben, den Geräuschen und den Gerüchen, dass in der Oase viel zu einer beruhigenden, angstfreien Umgebung beigetragen wird.

„Es sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für diese Atmosphäre und für das Erfüllen von individuellen Bedürfnissen verantwortlich sind. In dieser Phase läuft die Kommunikation nur noch über die Gefühlsebene. Das ist etwas, was auch für Mitarbeitende oft sehr bewegend ist, denn die Gefühle, die bleiben bis zum Schluss.“ erzählt Wieser.