Filmprojekt von jesidischen Flüchtlingskindern in der Türkei

The Proverb Sessions

Der arabische Sprachraum ist bekannt für seine Sprichwörter. Sprichwörter die in einem Satz sowohl lustiges, trauriges, fantasievolles und tiefsinniges verpacken. Jesidische Kinder und Jugendliche im Batman Flüchtlingscamp (Türkei) haben, in einem von der Diakonie unterstützten Filmprojekt, ihren Alltag als Flüchtlinge aufgearbeitet und in Kurzfilmen inszeniert. Das Ergebnis sind zahlreiche Videoclips, die sich sehen lassen können.

24.09.2015
Jesidische Kinder und Jugendliche im Batman Flüchtlingscamp (Türkei)
The Proverb Sessions – ein Filmprojekt von jesidischen Flüchtlingskindern in der Türkei

Drehbuch schreiben, schauspielen, filmen. All diese Tätigkeiten mussten die Kinder in den vergangen Wochen - mit Unterstützung der lokalen Partnerorganisationen der Diakonie Support to Life und der Künstler-Charity Picture People -  erlernen. Das Ergebnis sind viele kleine Geschichten, die, wenn man ein wenig genauer hinhört, die schwierige Lebenssituation der geflüchteten  Menschen vor Ort widerspiegeln. „Die gemeinsamen Aktivtäten helfen den Kinder das Erlebte besser zu verarbeiten und neue Perspektive und Freude in ihren Alltag zu bringen“, berichtet eine Mitarbeiterin vom Projekt.

Eine Blume macht noch keinen Frühling

Der Kurzfilm „Eine Blume macht noch keinen Frühling“ beschreibt die Hoffnung eines jesidischen Mädchens, dass alles gut wird. Mela, die junge Regisseurin beschreibt ihr Projekt so: „Das Sprichwort bedeutet sinngemäß, dass nicht alles gut wird, wenn nur eine Stimme davon spricht. Zunächst haben alle Kinder die Hoffnung, dass sich mit der gefunden Blume alles wieder zum Guten verändert. Aber in der Zeitung steht: „Der Krieg geht weiter!“. Alles bleibt gleich. Doch am Ende steht ein Traum, in dem wir wieder gemeinsam nach Sinjar, unsere Heimat, zurückzukehren!“

Flüchtlingen aus Syrien helfen

Seit ihrer Vertreibung durch IS-Milizen aus Syrien im August 2014 sind zehntausende jesidische Familien in die Türkei geflüchtet. Sie leben bis heute in provisorischen Camps in der Grenzregion unter einfachsten Verhältnissen. Der Großteil  von ihnen sind Kinder und Jugendliche.

Seit Beginn der Krise hilft die lokale Partnerorganisation (STL) der Diakonie Katastrophenhilfe Familien mit Hilfsgütern zu versorgen, Kindern und Frauen psychosoziale Betreuung zu ermöglichen und Freizeitaktivitäten zu organisieren.

Hilfe für Syrien

Schwerpunkt der Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe in den Nachbarländern Syriens ist die Versorgung der Flüchtlingsfamilien vor allem außerhalb der Camps sowie die Unterstützung von Gastgeberfamilien und Gemeinden. Dazu gehört die Bereitstellung von Unterkünften, Kleidung, Decken, Öfen und Kohle, Nahrungsmitteln oder Einkaufsgutscheinen, die Zahlung von Mietzuschüssen sowie die Verteilung von Hygieneartikeln und anderem Alltagsbedarf.

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