Zivildienst in der Diakonie

„Selbstverständlichkeit von Dingen hinterfragen“

Demian leistet seit Jänner seinen Zivildienst in der Rechtsberatung des Diakonie Flüchtlingsdienstes. Bei seiner Arbeit lernt er Menschen und Kulturen aus aller Welt kennen.

24.08.2015
Demian leistet seinen Zivildienst in der Rechtsberatung des Diakonie Flüchtlingsdienstes
Demian über seinen Zivildienst bei der Diakonie: „Selbstverständlichkeit von Dingen hinterfragen“

Eine persönliche Geschichte hat den 19-jährigen Demian dem Thema Flucht näher gebracht: „Ich war mit einem Jungen in der Schule, der als 14-Jähriger aus Afghanistan nach Österreich geflüchtet ist. Er war Hazara und konnte nicht auf die Straße gehen, ansonsten wäre er vom Taliban Regime erschossen worden. Er hat sein Leben riskiert, um hierher zu kommen. In einem Alter, wo wir Computerspiele spielen und keine Sorgen haben.“

Eine spannende Herausforderung

Demians Dienst beginnt jeden Tag um 9:00 Uhr im Büro der Rechtsberatung in der Künstlergasse. Die Diakonie MitarbeiterInnen unterstützen hier AsylwerberInnen und MigrantInnen mit kostenloser Rechtsberatung in asyl- und fremdenrechtlichen Verfahren. „Es ist eine spannende Herausforderung, es kann aber auch sehr schwer sein. Die Leute kommen zu mir, ich nehme ihre Daten auf. Sie versuchen zu schildern, was sie brauchen“, berichtet der Zivildiener von seiner Arbeit. „Nachmittags unterstütze ich das Team in administrativen Bereichen. Wenn ich aus dem Büro rausgehe, ist es aber noch lange nicht vorbei. Die Gedanken nimmt man nach Hause mit.“

Im Team fühlt sich Demian sehr wohl. „Alle sind mit großem Engagement dabei und möchten wirklich für andere Menschen etwas bewegen. Es ist immer wieder extrem schön zu sehen, wie sich die Berater reinhängen.“

Selbstverständlichkeit hinterfragen

Auf die Fragen, was Demian im Zivildienst gelernt hat und was er danach machen möchte, antwortet er so: „Ich habe gelernt, die Selbstverständlichkeit von Dingen zu hinterfragen. Dinge, die selbstverständlich sind, wenn man in Österreich aufwächst. Und natürlich viel über andere Kulturen. Nach dem Zivildienst möchte ich eine Reise machen. Danach möchte ich vielleicht Astrophysik studieren.“

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Tipp: Erfahre mehr über die Erfahrungen unserer Zivildiener in unserer Blog-Serie „Hoffnungsträger in Zivil“