Von Gott und der Welt

Mutternacht

„Du sollst Vater und Mutter ehren, auf das es dir wohlergehe in deinem Land!“ heißt das 4. Gebot. Morgen sind die Mütter dran, geehrt zu werden. Gedichte wurden gelernt, Geschenke gebastelt, Kuchen gebacken, und das Frühstück wird ans Bett serviert.
Der Muttertag erinnert uns daran, wo wir herkommen, wem wir das Leben zu verdanken haben und dass wir alle – wie groß und stark wir uns jetzt auch fühlen mögen – einmal bedürftige Wesen gewesen sind. Da ist es richtig, den Müttern zu danken!

12.05.2018
"In diesem Haus wollen wir frei von Gewalt gegen Frauen leben" El Salvador (Foto pixabay)
"In diesem Haus wollen wir frei von Gewalt gegen Frauen leben" Hauswand in Suchitoto, El Salvador (Foto pixabay)

Die Initiative „mutternacht.at“ weist jedes Jahr darauf hin, dass der Muttertag eine Kehrseite hat, auf die nicht vergessen werden soll. Strukturelle, psychische und körperliche Gewalt gegen Frauen sei ein globales Problem, würde aber zu wenig thematisiert.

Weltweit habe jede dritte Frau bereits körperliche Gewalt erfahren, in Krisen- und Konfliktgebieten sind es mehr als 70 Prozent. Nur jede zehnte Betroffene wendet sich an die Polizei.

Über 60% aller Gewalttaten in Österreich fanden 2017 im engsten Familienkreis statt.

Gewalt gegen Frauen ist nicht nur weltweit ein Problem. Auch in Österreich waren unter den 39 Todesopfern durch Gewalt im Jahr 2017 alleine 24 Frauen, die durch ihre Männer ermordet wurden. Über 60% aller Gewalttaten fanden im engsten Familienkreis statt.

Wegschauen hilft da nicht. Das Betretungsverbot war ein wichtiger Schritt, um Frauen vor Gewalt zu schützen. Doch alle Männer müssen lernen, Frauen zu respektieren – immer und überall, nicht nur am Muttertag.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".