Diakonie Katastrophenhilfe ermöglicht Nothilfe für jene, die gar nichts haben

Libanon: Mit einer Mahlzeit die allergrößte Not lindern

Ein heißer Tag. Blechhütten. Die Straße ist heute Mittag belebter als sonst. Die Mittagessen-Lieferung wird erwartet.

13.07.2018
Libanon: Familien stehen Schlange um eine Mahlzeit
Mit Essenslieferungen kann nur die allergrößte Not gelindert werden (Foto: Rastl)

Kaum parkt der Kleinbus von IOCC in der Hauptstraße des Viertels, strömen Frauen und Kinder aus den Häusern, jede Familie bringt ein Gefäß mit. Die Schlange hinter dem Kleinbus von IOCC wird schnell länger.

Die MitarbeiterInnen der lokalen Hilfsorganisation IOCC, Partnerin der Diakonie Katastrophenhilfe Österreich, sind ein eingespieltes Team. Innerhalb einer Stunde haben alle Familien 150 ihre Mittagsmahlzeit bekommen und der Kleinbus kann ein zweites Viertel in der Nähe ansteuern.

 

Mona Smeen lebt seit 17 Jahren im Blechviertel von Tripoli
Mona Smeen lebt seit 17 Jahren im Blechviertel von Tripoli

Währenddessen bekommen wir die Gelegenheit, mit zwei Frauen ein Gespräch zu führen. Eine davon ist Mona Smeen, 46 Jahre alt, Libanesin. Sie lebt mit ihrem Ehemann und den 5 Kindern seit 17 Jahren in ihrem „Haus“ im sogenannten „Blechviertel“. Der Mann hat eine Behinderung, und auch der 12 jährige Sohn ist wegen einer schweren Ausprägung des Autismus-Spektrums auf Therapien und Medikamente angewiesen.

Öffentliche Unterstützung erhält sie keine

Alles was die Familie hat, und es ist nur das Allernötigste, muss sie sich bei wohltätigen Menschen und Organisationen erbitten.

Wie es war, als die syrischen Flüchtlinge in ihr Viertel gekommen sind, fragen wir Frau Smeen. Ihre Antwort ist jene, die Libanesen oft geben. „Als im Libanon Krieg war, mussten wir als Flüchtlinge in Syrien leben. Ich habe als Kind in Syrien gelebt. Wir hatten es dort gut. Jetzt geben wir den Nachbarn zurück, was sie uns damals gegeben haben. So gut wir das halt können, mit unseren Möglichkeiten“.

Junge syrische Frau mit ihrer jüngsten Tochter
Jawaher Othman ist mit ihrer Familie vor 7 Jahren vor dem Krieg in Syrien geflohen.

Unter einem Blechdach

Jawaher Othman ist mit ihrer Familie vor 7 Jahren vor dem Krieg in Syrien geflohen. „Es waren Bomben überall, wir mussten so schnell wie möglich weg“, erzählt sie. Sie kamen zu Fuß, ihr Mann hat eine Gehbehinderung. Die Familie hat 4 Kinder. Die jüngste Tochter ist vor 6 Jahren im Blechviertel geboren. „Wir wohnen hier zur Miete. Aber um die Miete für unser Blechdach zahlen zu können, haben wir uns bei so vielen Menschen verschuldet. Und immer wieder müssen wir uns Geld borgen.

Vor allem seit wir aus der Registrierung beim UNHCR herausgefallen sind, ist alles noch viel schwerer geworden. Ich kann meinen Kindern am Abend oft nichts zu essen geben.“ Die Mahlzeit, die die Familien aus der Community Kitchen dreimal pro Woche bekommen, reicht kaum für das Nötigste.  Und auch Schulbildung ist für die Familien aus dem Blechviertel nicht leistbar. „Unsere Kinder haben hier keine Zukunft. Und ob wir irgendwann zurück nach Syrien gehen können, weiß nur Gott“.

Jede Spende hilft!

Millionen Menschen sind auf der Flucht und bedroht von Hunger, Krieg und den Auswirkungen des Klimawandels. Sie sind angewiesen auf unsere Solidarität.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft vor Ort - und das seit fast 50 Jahren. Wir sind da für Menschen, die nach Naturkatastrophen oder durch Krieg und Gewalt in eine Notlage geraten, die sie nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen können. Wir arbeiten mit Partnerorganisationen aus dem jeweiligen Land. Unsere Helfer*innen sprechen die Sprache der betroffenen Bevölkerung.

 

Hauptstraße im Blechviertel von Tripoli

Bis dahin werden sie weiter um das Notwendigste bitten müssen. Und hoffen auf ein besseres Leben an einem besseren Ort.

Jetzt spenden unter www.hilftvorort.at

Mit Ihrer Spende werden Sie selbst zur Katastrophenhelfer*in. Ihr Beitrag hilft vor Ort - in Syrien, Somalia und Bangladesch. Dort, wo es darauf ankommt - Diakonie Katastrophenhilfe. #HilftVorOrt