Sophias Geschichte der Hoffnung

„In meinem Cheerleader-Team bin ich ein Flyer“

Sophia: Hoffnungslos war ich noch nie, das erlaubt meine Mama nicht.

12.11.2014
Sofia aus dem Iran, ein Porträtbild
Hoffnungslos war ich noch nie, das erlaubt meine Mama nicht.

Ich bin 13 Jahre alt und komme aus dem Iran. Ich wohne jetzt mit meinen Eltern und meinem kleinen Bruder in St. Pölten. Vorher haben wir in Scheibbs gewohnt. Ich habe in sechs Monaten schon gut Deutsch gelernt. Meine LehrerInnen in Scheibbs haben alles öfter für mich wiederholt, so hab ich es schnell gelernt. Sie wollten, dass ich immer besser werde. In allen Fächern haben sie mir geholfen.

Weil ich das gut kann

Ich mache gern Sport. Ich bin auch im Cheerleader-Team. Dort bin ich ein Flyer. Ich bin manchmal ganz oben in der Pyramide, weil ich leicht bin, und weil ich mich gut konzentrieren kann. So fall ich nicht runter. Ich schau einfach auf einen Punkt und denke an nichts. Ich weiß, dass die unten uns auffangen. So hab ich keine Angst, weil ich das gut kann.

Ich möchte gern Apothekerin werden. Da kann ich kranken Menschen helfen, und brauche aber kein Blut sehen. Es ist wichtig, anderen zu helfen, dann geht’s allen besser. Ich habe schon Menschen kennengelernt, die sich für was Besseres halten. Die wollten dann nicht mehr mit mir reden, aber mir ist das egal. Ich gehe einfach weiter.

Zusammensein macht Spaß

Meine Familie ist eine sehr nette Familie. Im Iran waren wir oft bei meinen Großeltern, bei den Cousins und Cousinen. Wir haben alle gemeinsam Ausflüge gemacht, gespielt, gemeinsam gegessen.. Hier in Österreich machen wir das nicht mehr. Hier sind wir ja nur meine Eltern, Babybruder und ich. Da machen wir keine Ausflüge mehr. Es gibt ja hier keine Opa und Oma, wo wir am Wochenende hinfahren können. Hier sind wir ganz alleine. Zusammensein macht Spaß, Alleinsein ist blöd, da kann man nicht so viel machen. Aber hoffnungslos war ich noch nie, das erlaubt meine Mama nicht!

Ich mache weiter

Ich bin zuerst in Scheibbs in die Schule gegangen. Dort kennen sich alle, es ist ein kleines Dorf. Alle waren dort Freunde. Ich hatte viele Freunde. In St. Pölten gehe ich jetzt in eine große Schule, ich kenne dort nur wenige. In Scheibbs waren die Lehrerinnen sehr nett, alle haben mir geholfen.  
Zwar haben sie alles hier, man kann shoppen gehen. Aber ich habe hier noch nicht so viele Freunde. Es ist auch nicht so schön, weil ich in der Klasse die Älteste bin. Die anderen wollen mich nicht, weil ich anders bin als sie. Vielleicht meinen sie, dass ich nicht zu ihnen passe. Keine Ahnung. Menschen, die mich nicht haben wollen, lasse ich einfach links liegen. Ich mache dann einfach weiter. Es ist mir egal, wer mich mag, oder nicht. Nicht alle auf der Welt müssen mich mögen.

Über die Kampagne: #Hoffnungsträger werden

Die Diakonie ist Hoffnungsträger für Sophia. Sophia ist Hoffnungsträgerin für uns.
Jeder und jede kann HoffnungsträgerIn sein. Unterstütze die Arbeit der Diakonie mit einer Spende oder deinem ehrenamtlichen Einsatz.
Weitere Infos zur Kampagne unter: http://hoffnungstraeger.diakonie.at