Von Gott und der Welt

Die Namen der Opfer

„Nun schreib ins Buch des Lebens, Herr ihre Namen ein!“ heißt es in einem Kirchenlied, dass zur Taufe gesungen wird. Jeder Name, jeder Mensch, sollen im Buch des Lebens festgehalten werden. Jeder Name zählt.

19.08.2017
Vier kleine Kerzen in einem dunklen Raum (Foto: Pixabay)
Jeder Name zählt. (Foto: Pixabay)

Susan Bro, die Mutter von Heather Heyer (32), die von einem Naziterroristen in Charlottesville ermordet wurde, hat eine berührende Abschiedsrede auf ihre Tochter gehalten. „Wie gern hätte ich mein Kind bei mir, aber, wenn ich sie schon hergeben muss, dann soll es eine Bedeutung haben.“

Von den Opfern des furchtbaren Terroranschlags in Barcelona, den sich die Terrorbande IS auf ihre Fahnen schreibt, wissen wir die Namen noch nicht. Doch mit jeder und jedem einzelnen von ihnen ist eine Welt untergegangen. Sie alle haben geliebt und wurden geliebt, wollten den Urlaub in einer wunderschönen, lebensfrohen, bunten Stadt verbringen. Das Ziel terroristischer Gewalt ist es durch sinnloses Morden, dem Leben seine Bedeutung und seinen Sinn zu nehmen. Nach Terrorattacken bekommen die Täter oft viel zu viel Aufmerksamkeit. Nicht ihre Namen sollten im Zentrum stehen, denn damit erreichen sie ihr Ziel, sondern die Leben und Namen der Opfer.

Nach Terrorattacken bekommen die Täter oft viel zu viel Aufmerksamkeit. Nicht ihre Namen sollten im Zentrum stehen, denn damit erreichen sie ihr Ziel, sondern die Leben und Namen der Opfer.

Susan Bro forderte die Trauernden auf, das Vermächtnis ihrer Tochter zu bewahren, in dem sie ihren Zorn verwandeln, und das Richtige tun. So wie sich ihre Tochter jeden Tag gefragt hätte: „Was kann ich tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".