Corona und Armut:

"Weil das Geld so knapp ist, esse ich weniger."

Was Corona-Krise bedeutet, wenn man von Armut betroffen ist.

11.04.2020
"Weil das Geld so knapp ist, esse ich weniger. So kann ich ein bisschen sparen", erzählt die besorgte Mama (Symbolbild: © altanaka – shutterstock.com).
"Weil das Geld so knapp ist, esse ich weniger. So kann ich ein bisschen sparen", erzählt die besorgte Mama (Symbolbild: © altanaka – shutterstock.com).

Frau Lindner ist alleinerziehend. Für sie und ihre zwei Kinder ist die Situation jetzt schwieriger als schon im "Normalzustand". Bisher ging es sich mit Kinderbetreuungsgeld Alimenten und Notstandshilfe gerade aus. Der Vater der beiden Kinder wird aber bald in Kurzarbeit sein. Dann werden die Alimente reduziert. Frau Lindner hat Angst, sich die Windeln und Lebensmittel nicht mehr leisten zu können.

Frau Lindner braucht dringend Geld für das Nötigste. Die Situation ist kritisch. "Weil das Geld so knapp ist, esse ich weniger. So kann ich ein bisschen sparen", erzählt die besorgte Mama.

Frau Lindner geht nur einmal wöchentlich zum Einkaufen außer Haus. Sonst ist sie zu Hause mit Laura (5 Jahre) und Emil (18 Monate). "In Steyr werden Passanten oft kontrolliert. Ich habe Angst, auf den Spielplatz zu gehen. Ich will nicht, dass wir von der Polizei gestraft werden. Ich kann das nicht zahlen."

Familienbegleiterin Elisabeth Wurzer von den Frühen Hilfen der Diakonie hält den Kontakt zur Mutter telefonisch aufrecht: "Die großen Ängste und die Verunsicherung sind Thema, Erziehungsfragen und vor allem die Geldsorgen." Ein- bis zweimal die Woche telefonieren die beiden. Für Frau Lindner oft der einzige Kontakt nach außen. "Emil schläft schwer ein und wacht bald wieder auf. Er spürt die Sorgen und die Ausnahmesituation. Dann geht es viel um Tipps, wie sie ihn beruhigen kann. Ich versuche, sie so gut es geht zu stärken und zu unterstützen."

Der Familienbegleiterin liegt Frau Lindner am Herzen, denn: "Sie hat schon viel allein geschafft. Um die Wohnung mit dem Nötigsten einzurichten, hat sie einen kleinen Kredit aufgenommen. Sie hat einen Zahlungsplan. Sie möchte Fuß fassen. Sie möchte vor allem ihren Kindern eine gute Zukunft ermöglichen. Zurzeit ist es sehr schwer für sie."

Was Frau Lindner auch Sorge macht: Sie kann ihrer Tochter nicht helfen beim Lernen oder wenn es ein technisches Problem gibt. Der Computer und der Drucker sind ausgeborgt, das hat Lauras Papa organisiert. "Ich kenn mich nicht aus am Computer, ich kann Laura nicht helfen. Ich hoffe auch, die Druckerpatrone reicht noch eine Zeit. Ich kann jetzt keine neue kaufen."

"Hoffnung zu vermitteln ist schwer, wenn jemand schon wenig isst, um über die Runden zu kommen. Jeder Euro würde helfen", erzählt die Familienbegleiterin.

Die Diakonie hat einen Corona Hilfsfonds eingerichtet und bittet um Spenden:

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Passen wir aufeinander auf und lassen wir niemanden allein!

#TeamHoffnungsträger