Inklusion

Vom Wohnheim ins eigene Zuhause

Herr M. wohnt seit einem halben Jahr in seiner eigenen Wohnung. Was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, ist für den jungen Mann mit Behinderung ein besonderer Erfolg.

09.12.2018
Nadine Wüllhorst betreut Herrn M. auch beim Klettern. Fotocredit: Diakoniewerk
„Wir helfen ihm im Haushalt, beim Putzen oder auch bei größeren Einkäufen. Zusätzlich bieten wir ihm auch Freizeitbegleitung an, machen Ausflüge am Wochenende oder gehen einmal pro Monat Klettern“, berichtet Nadine Wüllhorst. Foto: Diakoniewerk

Wie effektiv eine gute Begleitung für Menschen mit Behinderung sein kann, zeigt ein Erfolgsbeispiel aus dem Diakoniewerk Tirol. Über vier Jahre lang haben die MitarbeiterInnen in der Wohngemeinschaft Kirchbichl Herrn M. betreut. Seit einem halben Jahr lebt der junge Mann nun eigenständig in einer kleinen Wohnung. Unterstützung im Alltag daheim braucht er nur mehr dreimal pro Woche.

„Wir helfen ihm im Haushalt, beim Putzen oder auch bei größeren Einkäufen. Zusätzlich bieten wir ihm auch Freizeitbegleitung an, machen Ausflüge am Wochenende oder gehen einmal pro Monat Klettern“, berichtet Nadine Wüllhorst, seine Begleiterin von Diakonie.mobil.

Unter der Woche bekommt Herr M. auch Unterstützung in der Integrativen Beschäftigung des Diakoniewerks in Hopfgarten. Vier Tage nimmt er an verschiedenen Trainings teil, lernt zu kochen oder trainiert seine Lese- und Schreibkompetenz. Einen Tag lang hilft er im Lager einer Firma mit, verpackt dort Getränkeflaschen und wäscht Behälter aus. „Dass er selbstständig wohnt, passt gut für ihn und er sagt uns auch immer, wo und wann er Hilfe braucht“, erklärt Marina Maurer, Leiterin der Integrativen Beschäftigung.

Begleitung je nach Bedürfnissen

Das Diakoniewerk entwickelt Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. In der Integrativen Beschäftigung setzt das Diakoniewerk auf die Zusammenarbeit mit Firmen, Behörden, Gemeinden und Schulen. Dadurch können auch Menschen mit Behinderung Tätigkeiten in Betrieben nachgehen, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen.

In den Bezirken Kitzbühel und Kufstein unterstützt das Team von Diakonie.mobil Menschen bei der selbstständigen Lebensführung. Je nach Interesse und Bedarf stellt sich die Betreuung zusammen, sei es Hilfe im Haushalt, Freizeitgestaltung oder Unterstützung bei der Kommunikation.

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Über die Serie #OrtDerHoffnung

Angst, Neid, Wut und Misstrauen sind die Schlüsselbegriffe, die die derzeitigen öffentlichen Debatten regieren. Wir brauchen eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, die den Zusammenhalt in den Vordergrund stellt und nicht den Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft.

Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.