Wie Unterstützte Kommunikation das Leben erleichtert

Vom Bedürfnis, verstanden zu werden

Tamara Kogler hilft Menschen mit Sprachbehinderung, das richtige Tool zu finden, das ihnen hilft, sich auszudrücken. Sie erzählt von Sanela, einer jungen Frau mit Sprachbehinderung.

22.11.2019
Sanela nutzt eine App auf dem IPad, die ihr hilft, sich auszudrücken (Foto: Gerhard Maurer)
Sanela nutzt eine App auf dem IPad, die ihr hilft, sich auszudrücken (Foto: Gerhard Maurer)

„Anfangs konnte Sanela nur den Daumen nach oben und nach unten zeigen. Heute kann sie auf dem iPad Sätze formulieren wie: ´Ich bin aufgeregt, denn draußen scheint die Sonne´. Außerdem ist sie mit Begeisterung auf Facebook unterwegs“, erzählt Tamara Kogler. Sie arbeitet mit „Unterstützter Kommunikation“ in der Diakonie, und hilft Menschen mit Sprachbehinderung, das richtige Tool zu finden, das ihnen hilft, sich ausdrücken zu lernen.

Einander verstehen lernen

„Bei uns werden Menschen mit schweren Beeinträchtigungen gefördert“, erzählt Tamara Kogler. „Im Vordergrund steht, ein gutes Leben für unsere Klienten, und dass sie die Lebensfreude richtig spüren können“. Das wichtigste bei ihrer Arbeit ist es, einen Zugang zum Menschen zu finden. Bei Sanela kam außerdem dazu, dass ihre Muttersprache bosnisch ist. „Wir haben aber eine gute Form gefunden, uns zu verständigen und zu verstehen.“

Eine ganze Welt auf einem A4-Blatt

„Begonnen hat alles mit einem einfachen A4-Blatt mit Symbolen des täglichen Lebens. Für Sanela hat das so gut funktioniert, dass wir bald auf eine passende App namens Metatalk von LIFEtool, für das iPad umgestiegen sind. Wenn wir mit Sanela sprechen, dann kommunizieren wir auch gleichzeitig über Metatalk mit ihr. Sie freut sich auch immer sehr, wenn sie verstanden wird.“

Kommunikation ist Freiheit

Für die 38-jährige bedeutet diese Möglichkeit der unterstützten Kommunikation eine neue Dimension an Freiheit. „Sanela kann jetzt endlich sagen, was sie gerne essen möchte und sie kann auch einen Einblicke in ihre Gefühlswelt geben“.