Ostern im Haus St. Peter

"Vieles ist jetzt anders, aber vieles bleibt."

Osterzeit in einem Altenwohn- und Pflegeheim.

12.04.2020
"Wir feiern Ostern heuer etwas intimer, etwas anders. Aber wir feiern Ostern."
"Wir feiern Ostern heuer etwas intimer, etwas anders. Aber wir feiern Ostern."

"Vieles ist jetzt anders. Wir tragen Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe und müssen Abstand halten, wo es geht.

Eigentlich funktioniert das recht gut.  Alle Kolleginnen und Kollegen sind sehr bemüht und gehen auf die verschiedenen Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner ein, wo es geht.

Was mir abgeht, sind die gemeinsamen Frühstücksrunden.

Und die Berührungen.

Wenn jemand unruhig ist, drücke ich ihn normalerweise – das geht nun nicht mehr. Aber jetzt gehen wir eben eine Runde in den Garten.

Gestik und Mimik sind für Menschen mit Demenz wichtig, weil sie Orientierung geben. Eine Maske im Gesicht ist da natürlich ungünstig. Und wenn wir nicht mehr gemeinsam beim Mittagstisch sitzen können, fehlt die Gestik des Essens. Aber wir machen die Bewegung vom Teller in den Mund eben von etwas weiter weg vor. Es geht!

Natürlich vermissen die BewohnerInnen ihre Angehörigen. Mittlerweile machen wir viele Videoanrufe und Familien-Telefonkonferenzen über Lautsprecher. Eine Bewohnerin wollte, dass ich eine Video-Nachricht von ihr filme. Sie hat gesagt, dass es ihr gut geht und allen liebe Grüße ausgerichtet. Und dann hat sie zu mir gesagt: 'So und das schickst du jetzt an alle!' Sie war nämlich schon etwas müde von den vielen einzelnen Videoanrufen!

Wir haben ja Haustiere. Gerade jetzt sind unsere Hasen natürlich sehr gefragt. Aber auch die Hunde sind jetzt noch wichtiger als sonst. Sie zu füttern, zu drücken, zu streicheln und mit ihnen zu reden – das schafft Ruhe und Nähe.

Vieles ist jetzt anders, aber vieles bleibt.

Wir feiern Ostern heuer etwas intimer, etwas anders. Aber wir feiern Ostern.

Ein Brauchtum gibt Struktur, Sicherheit und auch Geborgenheit. Deswegen ist auch die Osterzeit jetzt so wichtig.

Vor ein paar Tagen haben wir die Palmweihe gemacht. Nicht wie sonst in großer Runde im Garten, sondern einzeln, in jedem Zimmer. Das klingt vielleicht nicht so besonders. Aber es hat mich sehr bewegt. Es war sehr andächtig und feierlich. Eigentlich noch schöner, als sonst.

Eine der Bewohnerinnen hat gesagt: 'Ma, Palmkätzchen! Damit hab' ich gar nicht mehr gerechnet!'

Ein Palmkätzchen, sagt man, bringt Glück fürs ganze Jahr."

- Evelin Lubi, Kompetenztrainerin im Haus St. Peter, einem Altenwohn- und Pflegeheim der Diakonie in Kärnten.

Die Diakonie hat einen Corona Hilfsfonds eingerichtet und bittet um Spenden:

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Passen wir aufeinander auf und lassen wir niemanden allein!

#TeamHoffnungsträger