Zwischen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit

Unzählige Versuche aus Bosnien zu entkommen

Herr M. hat schon unzählige Male versucht, über die kroatische Grenze zu gelangen. Er möchte in Kroatien einen Asylantrag einbringen. Immer wieder wurde er brutal nach Bosnien zurückgeprügelt

30.11.2021

Herr M. stammt aus dem Iran. Er hat erzählt, dass er seit seinem 17. Lebensjahr auf der Flucht sei. Er habe auch einige Jahre in Deutschland gelebt (deshalb auch sein gutes Deutsch im Video). Er sei aber von dort wieder in den Iran abgeschoben worden.

Auf seiner erneuten Flucht ist er aktuell in Bosnien, im wilden Camp von Velika Kladusa, gestrandet. Von dort hat er bisher schon unzählige Male versucht, über die kroatische Grenze zu gelangen, wo er einen Asylantrag einbringen möchte. Er wurde immer wieder brutal nach Bosnien zurückgeprügelt. Einmal im vergangenen Winter um den Jahreswechsel. Es war eiskalt. Dabei wurde er fast totgeprügelt. Am Ende eines Videos von Stefania Battistini (hier zu sehen bei TV7) zeigt er sogar seine Verletzungen.

Bei unserem Besuch war er zunächst wirklich zornig, und wollte keine unserer neugierigen Fragen beantworten. Herr M. hat nicht mehr viel Hoffnung, überhaupt jemals irgendwo zur Ruhe kommen zu können.

Besonders berührt hat uns seine Schilderung der Rollenspiele, die die Kinder im Camp spielen. „Die einen spielen die Flüchtlinge, und die anderen spielen die kroatische Grenzpolizei. Ihr „Spiel“ besteht darin, dass die einen die anderen schlagen, und die anderen wimmernd am Boden liegen und um Gnade bitten. Es ist schrecklich. Das ist das Spiel unserer Kinder hier“.