Nachbarschaft

Unterstützung beim Start in ein selbständiges Leben

Nachhaltige Unterstützung durch professionelle Netzwerkarbeit.

27.05.2020
Jemand, den du anrufen kannst, wenn du nicht weiterweißt. Jemand, der dir bei einer schwierigen Situation Lösungen aufzeigt und im Alltag mit Tipps und Kontakten hilft. (Foto: © Mihail – stock.adobe.com)
Jemand, den du anrufen kannst, wenn du nicht weiterweißt. (Foto: © Mihail – stock.adobe.com)

Alexander (Name geändert) lebt in einer Jugend-Wohngruppe - bis er diese mit 21 Jahren verlassen muss. Da er keinen Kontakt zu seiner Familie hat und auch sonst auf keine Unterstützung zurückgreifen kann, ist er wohnungslos und kommt deshalb in die JUNO Villach, eine Jugendnotschlafstelle der Diakonie in Kärnten. "Im Rahmen unserer Wohnungsbetreuung haben wir Alexander bei Anträgen und vielen anderen Dingen unterstützt. Durch unsere Kooperation mit dem Magistrat und dem Sozialamt konnten wir schnell eine Wohnung für ihn finden. Dank unserer Vernetzung mit anderen Institutionen hat er zwischenzeitlich auch einen Ausbildungsplatz gefunden und wir unterstützen ihn weiterhin, damit der Erhalt seiner Wohnung nachhaltig gesichert ist", freut sich  Marie Danko, Leiterin der JUNO über diesen Erfolg im Rahmen der Netzwerkarbeit.

... wenn du nicht weiterweißt ...

Jemand, den du anrufen kannst, wenn du nicht weiterweißt. Jemand, der dir bei einer schwierigen Situation Lösungen aufzeigt und im Alltag mit Tipps und Kontakten hilft. Jugendliche und junge Erwachsene, die einen Teil ihres Lebens in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe verbracht haben und diese mit 18 (spätestens 21) Jahren verlassen müssen, haben kaum stabile Netzwerke. Ohne die Unterstützung von Familie oder Freunden fällt der Eintritt in die Selbständigkeit schwer.

Warum Netzwerke so wichtig sind

"Gerade hier braucht es Netzwerke, auf die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurückgreifen können", sind sich Carina Kofler (Careleaver-Koordinatorin) und Marie Danko einig. Ein wichtiges Ziel dieser Netzwerkarbeit ist die Hilfe bei der Wohnungssuche und beim Erhalt des Wohnraumes. Lebenspraktische Fähigkeiten sowie die selbständige Wohn- und Arbeitsfähigkeit sollen erlernt werden. "Nur wenn es gelingt, dass die Informationen zwischen dem Vermieter, dem Jugendlichen und uns fließen, können Lösungen für etwaige Probleme gefunden werden. Wenn es z. B. Mietrückstände oder Beschwerden geben sollte, sind wir da, um zu vermitteln und zu unterstützen. Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist dieses Angebot selbstverständlich kostenlos und freiwillig“, so Danko.

Erfolgsfaktor Vernetzung

Die multiprofessionelle Zusammenarbeit innerhalb der Diakonie sowie auch mit externen Kooperationspartnern ist Basis unseres sozialräumlichen Denkens. "Gemeinsam mit Wohnbauträgern, Magistratsabteilungen und anderen Behörden versuchen wir, einen gesicherten Wohnraum für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu schaffen und so mögliche Gefahren, die durch eine Wohnungs- und Obdachlosigkeit entstehen, rasch zu reduzieren", erklärt Carina Kofler die Zusammenarbeit mit der JUNO Villach beim Projekt "Housing First".

Die Schnittstellen, die durch diese Zusammenarbeit entstehen, brauchen natürlich auch formale Strukturen, um allen Netzwerkpartnern die nötige Handlungssicherheit zu geben. "Deshalb beinhalten unsere Kooperationen selbstverständlich auch Richtlinien, die sowohl unser Zusammen-Arbeiten als beispielsweise auch den Datenaustausch regeln, um allen rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden", führt Hannes Schindler, Leitung Sozialraumorientierung und Quartiersentwicklung, weiter aus."Wir sind untereinander im Austausch – in Zeiten der Corona-Krise auch per Videochat – um den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie in ihrer individuellen Lebenssituation benötigen."

Nachbarschaft

Wir bringen Menschen zusammen, die sich gegenseitig unterstützen. Gute Nachbarschaft heißt, niemanden alleine lassen. Gute Nachbarschaft heißt, miteinander ins Gespräch kommen.

Die Diakonie engagiert sich in Grätzelinitiativen, sozialraumorientierten Projekte, Nachbarschaftshilfe, Quartier- und Community-Arbeit. Im Mittelpunkt stehen Stärkung und Teilhabe: "Tue alles dafür, dass Menschen können, was sie tun wollen."

Wie gute Nachbarschaft entsteht und wirkt, erzählen wir in den Geschichten hier.