Vieles schaffen wir schon selbständig, bei manchem brauchen wir noch Hilfe

Unser neues Leben

Familie M. kommt aus Afghanistan und lebt seit fast fünf Jahren in Österreich. Die Familie lebt eigenständig in einer Wohnung. Seit einem Jahr wird sie von der Diakonie im Sozialraum-Projekt STARTup Living in Linz betreut.

10.05.2021
Das neue Leben der Familie M., die aus Afghanistan fliehen mussten
Familie M. ist sehr stolz auf das neue Sofa, das sie beim Umzug von Fatimas Familie aus Afghanistan geschickt bekommen haben.

Ein Gespräch von Sozialpädagogin Monika Ujvari mit Familie M.

Was fällt euch schwer, was fällt euch leicht, was schafft ihr selber in eurem neuen Leben hier in Österreich?

Wir schaffen sehr vieles eigenständig. Zum Beispiel suche ich, Moshtaba (34), für mich selbst Arbeit am freien Arbeitsmarkt.

Wir organisieren uns größtenteils die Arzttermine für uns und unsere zwei Söhne und unsere Tochter selber und brauchen auch beim Arztbesuch meist keine Unterstützung. Wir kümmern uns um alle finanziellen Angelegenheiten vollständig selbst.

Was mit den Schulen der Kinder zu tun hat, klären wir auch eigenständig, ebenso nehmen wir alle regelmäßig anfallenden Termine für Jawad (5), unseren mittleren Sohn, der mit einer Behinderung lebt, wahr. In unserer Freizeit machen wir mit den Kindern Ausflüge. Wir haben auch ein eigenes Auto, mit dem wir immer mobil und flexibel sind.

Was kann euer Umfeld beitragen, damit euch das Wichtigste für ein gutes Leben hier gelingt?

Wir bekamen früher im Umgang mit Jawad sehr gute Unterstützung vom Jugendamt. Heute sind es vor allem die Betreuerinnen vom Diakonie Zentrum Spattstraße, die uns sehr helfen. Die Unterstützung vom Magistrat Linz finden wir auch auf jeden Fall hilfreich. 

Wir halten in der Familie alle zusammen und unterstützen uns gegenseitig. So ist hier vor allem unser älterer Sohn Ali (12) eine große Stütze für uns Eltern und laut Ali auch andersherum. Auch die Familie von Fatima versucht uns zu unterstützen; so haben sie uns z.B. beim Umzug neue Sofas aus Afghanistan geschickt. Ali hat zudem gute Freunde, bei denen er Halt findet.

Wo fehlt euch noch Unterstützung oder woher bekommt ihr noch andere Hilfen?

Beim Besuch von Fachärzten oder gewissen Telefonaten brauchen wir noch Unterstützung, da es hier manchmal mit der Sprache noch etwas schwierig ist. Ebenso beim Ausfüllen von Anträgen.

Hierbei finden wir in unseren Betreuerinnen die benötigte Hilfe. Für Jawad brauchen wir aufgrund seiner Behinderung auch gewisse Hilfestellungen. Diese finden wir vor allem in St. Isidor und beim Magistrat. Für mich, Fatima (30), ist es aufgrund von Vorerkrankungen und der drei Kinder nicht einfach einen Job zu finden. Deshalb nehme ich Unterstützung von der Volkshilfe an. Dort  werde ich bei der Jobsuche begleitet und beraten. Da ich noch keinen Job habe, fehlt es uns manchmal etwas an Geld für die Kinder, denen wir gerne mehr bieten möchten.

Im Bild, die Eltern Fatima und Moshtaba im Gespräch mit Monika Ujvari (li.), Sozialpädagogin im Diakonie Zentrum Spattstraße

Sozialraumorientierung: Für eine gute Nachbarschaft

Selbstbestimmt, aber nicht allein: www.diakonie.at/sozialraumorientierung

#GuteNachbarschaft