Hörapparate und Brillen für Kinder in Jordanien

Sprachtherapie an der Jaffa-Grundschule in East-Amman

Die 10-jährige Lara geht in die 4. Klasse der Jaffa-Mädchenschule in der jordanischen Hauptstadt Amman. Im Zuge eine Höruntersuchung am Institute for Health (IFH), der lokalen Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, erfuhren Lara und ihre Mutter, dass Lara unter einem leichten bis mittleren Hörverlust leidet. Durch das von der Austrian Development Agency (ADA) geförderte Projekt erhielt Lara bereits ein Hörgerät – ab sofort wird sie sechs Sprachtherapie-Einheiten an ihrer Schule besuchen.

04.12.2018
  • Die 10-jährige Lara besucht ihre erste Sprachtherapie-Einheit bei IFH-Mitarbeiterin Lama Rumana. Foto Teresa Mayr/Diakonie Katastrophenhilfe
    Die 10-jährige Lara besucht ihre erste Sprachtherapie-Einheit bei IFH-Mitarbeiterin Lama Rumana. Foto Teresa Mayr/Diakonie Katastrophenhilfe
  • Sprachtherapeutin Lama Rumana hält eine Awareness-Session für 21 Lehrerinnen der Jaffa-Grundschule in Amman. Foto Teresa Mayr
    Sprachtherapeutin Lama Rumana hält eine Awareness-Session für 21 Lehrerinnen der Jaffa-Grundschule in Amman. Foto Teresa Mayr

An der Jaffa Grundschule in East-Amman gehen insgesamt 2.000 Mädchen zur Schule – die Hälfte von ihnen am Vormittag, die andere Hälfte am Nachmittag. Bei 15 Mädchen aus dieser Schule bestand der Verdacht auf Hörverlust. Sie wurden auf Initiative des Institute for Health untersucht – bei zwei Mädchen wurden tatsächlich Hörbeeinträchtigungen identifiziert. Eine von ihnen ist Lara, die heute mit ihrer Mutter und ihrer 9-jährigen Schwester Rawan ihre erste Sprachtherapie-Einheit besucht. IFH-Mitarbeiterin Lama Rumana nimmt in der ersten Sitzung Laras Daten auf und erkundigt sich nach der medizinischen Vorgeschichte.

„Lara hört dich gut, wenn du direkt mit ihr sprichst. Wenn du ihren Namen aus der Entfernung rufst, reagiert sie jedoch nicht“, weiß Laras Mutter. Am Ende der Untersuchung ergänzt die Therapeutin: „Lara tut sich schwer mit gewissen Buchstaben, vor allem, wenn sie eine hohe Tonlage haben.“

Laras Mutter hat über den Schuldirektor vom Programm erfahren. Seither hat Lara bereits ein Hörgerät von IFH erhalten. „Mit dem Hörgerät höre ich auch leise Geräusche, die ich vorher nicht gehört habe,“ freut sich Lara. Zwei auditive Rehabilitationssitzungen und vier Sprachtherapie-Sitzungen sollen sie nun unterstützen, wieder ohne Schwierigkeiten am Unterricht teilnehmen zu können – etwa in Mathematik – Laras Lieblingsfach.

Awareness-Trainings für das Lehrpersonal

Um das Bewusstsein des Lehrpersonals auf Seh- und Hörbeeinträchtigungen und -behinderungen zu schulen, bietet Sprachtherapeutin Lama Rumana auch Trainings für die Lehrerinnen der Jaffa Grundschule an. Wafa Ahmed, die seit über 18 Jahren unterrichtet, nahm an einer dieser Awareness-Sessions teil:

„Generell war es spannend, mehr über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu erfahren. Außerdem habe ich mitgenommen, wie ich das Selbstwertgefühl von Kindern mit Behinderungen im Unterricht steigern kann. Für die bessere Inklusion von Kindern fände ich wichtig, dass die Klassenzimmer mit den richtigen Tischen und Türen ausgestattet werden, und den Lehrerinnen gute Unterrichtsmittel zur Verfügung stehen. Unverzichtbar ist es, dass die Lehrerinnen gut geschult sind, wenn sie Kinder mit Behinderungen unterrichten.“

Eine Studie des UNHCR belegt, dass in knapp einem Drittel der syrischen Flüchtlingshaushalte in Jordanien mindestens ein Mensch mit Behinderung lebt. Für sie birgt die Bewältigung des Alltags nicht nur zusätzliche Hürden, auch ihre soziale Teilhabe und Inklusion in (Aus-)Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt findet bisher kaum statt.

In Zusammenarbeit mit den lokalen Partnerorganisationen Institute for Health (IFH) und International Orthodox Christian Charities (IOCC) in Jordanien arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe an der besseren Einbindung von syrischen Flüchtlingen in die lokale Gemeinschaft.

So können Sie helfen:

Für die Umsetzung des Projekts sind wir auf Spenden angewiesen. Ein Hörapparat kostet 180,-- Euro. Mit 27,-- Euro finanzieren Sie eine Brille für eine sehbeeinträchtigte Person in Jordanien. Jeder Beitrag zählt!

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Über die Serie #OrtDerHoffnung

Angst, Neid, Wut und Misstrauen sind die Schlüsselbegriffe, die die derzeitigen öffentlichen Debatten regieren. Wir brauchen eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, die den Zusammenhalt in den Vordergrund stellt und nicht den Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft.

Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.