Inklusion in Simbabwe

Schulen ohne Schranken

Die von Brot für die Welt unterstützten inklusiven Schulen in Simbabwe wurden mehrfach ausgezeichnet – in Simbabwe und jetzt auch in Österreich

03.12.2018
  • Eine Schule besuchen zu können, die auf besondere Bedürfnisse Rücksicht nimmt, ist in Simbabwe noch die Ausnahme. Foto Helge Berndl/Brot für die Welt
    Eine Schule besuchen zu können, die auf besondere Bedürfnisse Rücksicht nimmt, ist in Simbabwe noch die Ausnahme. Foto Helge Berndl/Brot für die Welt
  • Milton und seine Mutter können heute in Gebärdensprache kommunizieren. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt
    Milton und seine Mutter können heute in Gebärdensprache kommunizieren. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt
  • Bereits für die jüngeren Kinder gibt es inklusiven Unterricht in einer Vorschulklasse. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt
    Bereits für die jüngeren Kinder gibt es inklusiven Unterricht in einer Vorschulklasse. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt
  • Eltern beteiligen sich tatkräftig daran, die Schule ihrer Kinder barrierefrei zu machen. Foto Brot für die Welt
    Eltern beteiligen sich tatkräftig daran, die Schule ihrer Kinder barrierefrei zu machen. Foto Brot für die Welt

„Ich will lernen, lernen, lernen“, sagt Milton Chibanda begeistert. Seit zwei Jahren hat er auch die Möglichkeit dazu, denn in der Nyamuwanga Schule wird auf seine besonderen Bedürfnisse Rücksicht genommen. Heute kann er lesen, schreiben und sich in Gebärdensprache unterhalten.

Die Kommunikation hat für ihn das Tor zur Welt eröffnet – er ist aufgeblüht, geht sehr gerne zur Schule, hat dort und auch in seiner Nachbarschaft Freunde gefunden. Für seine Mutter grenzen die Veränderungen an ein Wunder.

In Simbabwe gilt die Nyamuwanga Schule, betrieben von der Brot für die Welt Partnerorganisation Jairos Jiri Association, als Vorreiter-Schule im Bereich Inklusion. Hier lernen Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam.

Um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen war viel Mühe und Anstrengung nötig. Denn Kinder mit Behinderungen werden in Simbabwe noch heute häufig zu Hause versteckt.

Obwohl in der Gesetzgebung ihre Förderung bereits verankert ist, besuchen zwei Drittel der Kinder mit Behinderungen keine Schule.

 

Es ist eine tolle Anerkennung, dass die inklusiven Schulen in Simbabwe beim Wheelday Jugendwettbewerb 2018 als Siegerprojekt in der Kategorie International gekürt wurden.
Simone Peter, Projektreferentin von Brot für die Welt

Bewusstseinsbildung war nicht nur bei den Eltern von Nöten, auch Lehrkräfte mussten ein Verständnis für Inklusion erst aufbauen und vor allem auch Know How in der Umsetzung durch Fortbildungen sammeln. Auch bauliche Veränderungen der Schulen waren nötig.

Die Eltern beteiligten sich maßgeblich am (Aus-)Bau der Schulen – vom Ziegelbrennen bis zur Fertigstellung. Barrierefreie Toiletten wurden gebaut, Klassentüren verbreitert, Wege zwischen den Klassen betoniert und überdacht, Rampen errichtet.

Wheelday

"Wheelday - Entwicklung bewegt!" ist ein Projekt des Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE), dass auf die Situation von Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen möchte. Erfolgsprojekte aus Österreich und Ländern des globalen Südens werden im Rahmen eines Wettbewerbes  vor den Vorhang geholt.

Wie hilft Brot für die Welt im Bereich Inklusion?

In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen weltweit fördert Brot für die Welt in Projekten die Inklusion von Menschen mit Behinderungen,  Angehörigen von Minderheiten und älteren Menschen.  Damit alle Mitglieder der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben und sich einbringen können.

Helfen Sie uns helfen!

Damit mehr Menschen die Möglichkeit haben mitzuwirken und ein selbständiges Leben in Würde führen können. Jetzt online spenden!   Spendenzweck: Inklusion [er]leben

Inklusive Schulen der Brot für die Welt Partnerorganisation JJA gelten in Simbabwe als Vorbildschulen. Foto Brot für die Welt
Inklusive Schulen der Brot für die Welt Partnerorganisation JJA gelten in Simbabwe als Vorbildschulen. Foto Brot für die Welt

In einer ähnlichen von Brot für die Welt unterstützten Schule, der Mukombwe-Grundschule, wird zusätzliches Einkommen erwirtschaftet, um Schulstipendien für Kinder mit Behinderungen zu ermöglichen. Dafür werden unter anderem Hühner gezüchtet.

Die 14-jährige Schülerin Monalisa Mudanyu hat große Freude daran, sich um die Hühnerschar zu kümmern und sie zu füttern. Sie besucht die Mukombwe Schule erst seit einem Jahr, ist bekannt für ihren unbändigen Wissensdurst und hat noch keine einzige Schulstunde versäumt.

„Früher war es schlimm“, erzählt die gehörlose Monalisa. „Als Kind wollte ich so viel sagen, fand aber keine Worte. Niemanden habe ich verstanden... 13 Jahre lang war ich immer allein.“

Heute ist sie selbstbewusst und weiß genau, was sie will: „Ich werde Krankenschwester!“, sagte sie mit Überzeugung, als im Unterricht Berufe besprochen werden.

Erträge aus einer Hühnerzucht ermöglichen den Schulbesuch für Kinder, deren Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt
Erträge aus einer Hühnerzucht ermöglichen den Schulbesuch für Kinder, deren Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt
Monalisa Mudanyu ist selbstbewusst und hat ein klares Ziel vor Augen: Sie wird einmal Krankenschwester. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt
Monalisa Mudanyu ist selbstbewusst und hat ein klares Ziel vor Augen: Sie wird einmal Krankenschwester. Foto Helge Bendl/Brot für die Welt