Freiwilliges Sozialjahr

Prägender Perspektivenwechsel

FSJ in einer Bildungseinrichtung des Diakonie Flüchtlingsdienst.

20.05.2020
"Die Verantwortung und die Eigenständigkeit haben mich gestärkt."
"Die Verantwortung und die Eigenständigkeit haben mich gestärkt."

Autorin: Reka Seitz

Nach der hektischen Schulzeit und der Matura als krönenden Abschluss, war für mich klar, dass ich meinen Kopf nicht augenblicklich wieder in Büchern vergraben wollte – zumal ich noch nicht einmal sicher war, was ich mir davon erwartete. Also brauchte ich Zeit zum Nachdenken und gleichzeitig eine sinnstiftende Beschäftigung. Ein Freiwilliges Sozialjahr (kurz "FSJ") bei der Diakonie war für mich die Antwort.

Kein Tag ist wie der andere

Ich arbeite in einer Bildungseinrichtung im Diakonie Flüchtlingsdienst und habe dabei vielfältige Aufgaben – von Administrativem bis zur Lernbetreuung. Mithilfe von Schulunterlagen der KlientInnen erkläre ich die gefragten Themenbereiche – meist in Deutsch oder Geschichte –, biete aber auch zusätzliche Übungen und Informationsquellen an. Zwar unterstütze ich beim Lernen, möchte aber auch die Eigenständigkeit der KlientInnen fördern.

In der Arbeit mit Menschen gibt es keinen Tag, der genauso ist wie der vorherige. Unterschiedliche Erfahrungen der KlientInnen spielen ebenso eine Rolle, wie ihre Tagesverfassungen oder individuelle Lerngeschwindigkeit. Manchmal tauchen Sorgen auf, die das Lernen erschweren – Angst vor einer schlechten Note ist nur ein Beispiel von vielen. Auch da ist mir sehr wichtig, zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden. Das bedeutet je nach Thema, zu recherchieren und bei AnsprechpartnerInnen nachzufragen, oder Tipps zu geben und die KlientInnen aufzumuntern.

Wenn ich dabei Unterstützung brauche oder mich über diese Themen austauschen möchte, stehen mir die erfahrenen KollegInnen auch dafür zur Seite. So kann ich auf das Wissen anderer zurückgreifen und von ihnen lernen. Außerdem ist das gemeinsame Gespräch eine Hilfe, um Gehörtes zu verarbeiten und die Arbeit nicht gedanklich mit nach Hause zu nehmen.

Herausforderung Virus

Wegen der Pandemie des neuartigen Corona-Virus musste die Einrichtung bald auf Online-Angebote umstellen. Das bedeutete für mich, die KlientInnen nun via Videotelefonie zu betreuen. Simple Angelegenheiten, wie etwa das gemeinsame Ausfüllen von Lückentexten oder das Blättern in Büchern stellten nun Herausforderungen dar. Aber schon bald hatten wir kreative Lösungswege gefunden, die wir auch im Einrichtungsteam miteinander teilten.

Eine bewegende Zeit

Das FSJ hat vieles verändert. Abgesehen davon, dass ich in Fortbildungen viel über Sachthemen gelernt habe, bin ich Menschen begegnet und durfte sie unterstützen. Damit konnte ich in meiner Arbeit auch die Perspektive wechseln: Ich war nicht mehr Schülerin, ich half anderen Lernenden. Die Verantwortung und die Eigenständigkeit, die dafür nötig waren, haben mich gestärkt. Im FSJ habe ich viele unterschiedliche und einzigartige Erfahrungen gesammelt, mit denen ich ohne Zweifel Bücher füllen könnte.

Nach dem Ende meines Sozialjahrs im Juni möchte ich Rechtswissenschaften studieren. Die Arbeit im sozialen Bereich hat mir allerdings so viel Freude bereitet, dass ich mir gut vorstellen kann, später in dieses Feld zurückzukehren.

Freiwilliges Sozialjahr in der Diakonie

  • Du möchtest dich sozial engagieren?
  • Du möchtest soziale Berufe kennen lernen?
  • Du weißt noch nicht, für welchen Beruf du dich entscheiden sollst?
  • Du möchtest eine Ausbildung im Sozialbereich machen und erste Praxiserfahrungen sammeln?

Dann ist das "Freiwillige Sozialjahr der Diakonie" genau das richtige für dich!

Mehr Informationen: www.diakonie.at/sozialjahr