"Lucas ist aufgeblüht, seit er die Therapie macht"

Mit beiden Beinen im Leben stehen

Der vierjährige Lucas möchte gern mit beiden Beinen im Leben stehen. In der Therapie kommt er diesem Ziel Schritt für Schritt näher.

31.01.2020
Lucas übt fleißig. Er mag seine Therapeutin sehr gerne (Foto: Diakonie)
Lucas übt fleißig. Er mag seine Therapeutin sehr gerne (Foto: Diakonie)
Lukas möchte auf eigenen Beinen stehen (Foto: Diakonie)

Lucas steht auf einer dicken, instabilen Matte, seine Beine wackeln etwas. Nur mühsam kann er das Gleichgewicht halten. Die diplomierte Physiotherapeutin Christa Leonfellner beobachtet jeden Schritt. Lucas streckt seine Beine durch, stemmt sich hoch. Heute hat Lucas ein konkretes Ziel: Er möchte die Matchbox-Autos auf der Rennbahn bewegen. Lucas richtet sich auf, streckt seine Beine durch und fasst sich das erste Auto.

Die Physiotherapeutin verstellt die höhenverstellbare Liege nach oben. Lucas reagiert sofort, streckt sich weiter durch und spielt unbeeindruckt weiter. Eine Herausforderung für jemanden, der noch vor kurzem nur mit Fußschienen und teils durch einen Gehrollator gestützt vorangekommen ist. Lucas entwickelte sich nach der Geburt motorisch und sprachlich nur langsam. Er hatte wenig Körperspannung, wurde in vielen Dingen gezielt von seiner Mutter angeleitet und unterstützt. Lucas hat nicht so krabbeln begonnen wie alle anderen, war in der Entwicklung verzögert, hat mit kleinen Dingen gekämpft. Sitzen war etwa lange nicht möglich.

Lucas übt fleißig. Er mag seine Therapeutin sehr gerne (Foto: Diakonie)

Reiten als Therapie

Mittlerweile wagt sich der Vierjährige sogar schon aufs Pferd. Durch die besondere Bewegung kippt sein Becken nach vorne, er imitiert die Bewegungen des Pferdes und wird nicht durch die Fehlstellung seiner Beine blockiert. Sein Lieblingspferd hört auf den Namen "Johnny". Neben der besonderen Bewegungsabfolge ist es auch der Mut, der Lucas gut tut.

Mittlerweile hat Christa für Lucas eine neue Herausforderungen bereitgestellt: Lucas sollte sich nur mit Kraft seiner Oberarme aus einer Matte befreien, die um seinen Körper gewickelt ist. Er kämpft, drückt sich vom Boden ab. Man erkennt: Alles, was für andere Gleichaltrige wie von selber und natürlich abläuft, braucht bei ihm viel Mühe und Kraft. Christa Leonfellner hat als Therapeutin und auch als Mutter viel Erfahrung. Sie hat selber vier Kinder und weiß, wenn es Zeit ist, Hilfe anzubieten. Heute unterstützt sie Lucas bei der Erfüllung seiner Aufgabe. Die geringe Körperspannung beeinflusst auch weiterhin seine Geschicklichkeit, Koordination, das Gleichgewicht und die Schnelligkeit. Schließlich aktiviert er mit vollstem Krafteinsatz seine Muskeln und schlüpft aus der Matte.

"Es soll Spaß machen"

Spiel oder Therapie? Genau an dieser Schwelle erfolgt die Therapie im Therapiezentrum Linzerberg in Gallneukirchen. "Es soll Spaß machen, damit die Kinder auch dabei bleiben", betont die Therapeutin. "So vergessen die Kinder die Anstrengung und trainieren motiviert!" Das Training zur Stabilität auf einem Bein kann ermüdend sein, aber einen Ball ins Tor zu schießen, das macht dem Kleinen Spaß.

Die wichtigste Rückendeckung bekommt Lucas aber von seiner Familie. Zu jeder Therapie begleiten ihn nicht nur seine Mama, sondern auch seine große Schwester und sein kleinerer Bruder. Besonders sie sind es, die ihm den sicheren Rahmen für seine weitere Entwicklung geben und ihn stets ermutigen, den nächsten Schritt zu tun. Oder wie es Stefanie G., Lucas' Mama formuliert: "Lucas ist aufgeblüht, seitdem Christa mit ihm arbeitet. Dieses Jahr hat er es geschafft, eigenständig zu gehen – das war einer der glücklichsten Momente in meinem Leben."

Das Projekt ist beispielgebend für die Arbeit der Diakonie. Spenden kommen daher der gesamten Arbeit der Diakonie zugute.

Ihre Spende für Kinder und Jugendliche, die es schwer haben

Kinder in schwierigen Lebenslagen brauchen besondere Hilfe. Die Diakonie betreut Kinder mit sozialen und emotionalen Problemen, Jugendliche mit mangelnder Ausbildung sowie Kinder mit sonder­pädagogischem oder sprachlichem Förderbedarf.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie Kindern einen besseren Start ins Erwachsenenleben. Bitte helfen Sie helfen!

Spendenkennwort: "Hilfe für Kinder und Jugendliche"
IBAN: AT49 2011 1287 1196 6399

Hier gehts zur Online-Spenden-Möglichkeit

DANKE!