Von Gott und der Welt

Michael

Heute haben der Wiener Bürgermeister, der evangelische Bischof und der Präsident der Caritas Österreich Namenstag.

29.09.2018
Der Turm einer Kirche im Gegenlicht (Bild: Pixabay)

Sie alle heißen Michael und teilen diesen Vornamen mit vielen ihrer Altersgenossen, die Ende der 50iger oder Anfang der 60iger Jahre geboren wurden. Auch Vornamen haben Konjunktur.
Heute wird der Name seltener gewählt. Der Erzengel Michael, an den am heutigen Festtag gedacht wird, ist ja auch eine Figur, die nicht auf den ersten Blick sympathisch ist. Michael bedeutet auf Hebräisch: „Wer ist wie Gott“ – das könnte auf eine gewisse Überheblichkeit deuten. Und die Darstellungen zeigen den Erzengel oft mit einem Flammenschwert in der einen und einer Seelenwaage in der anderen Hand. Das Schwert erzählt vom Anführer der himmlischen Heerscharen, der den Satan in einer wilden Schlacht mitsamt seinem Gefolge vom Himmel auf die Erde gestürzt hat, wo er nun sein Unwesen treiben darf.

Die Seelenwaage schreibt dem Erzengel Michael eine Rolle zu, vor der man sich ein wenig fürchten kann. Er wiegt die Seelen vor dem Jüngsten Gericht.

In alten Schriften aber wird erzählt, dass ob der vielen Sünden der Menschen dem Erzengel die Tränen kommen. Jede Sünde bewirkt eine Träne, und aus jeder Träne Michaels wird ein Cherub, ein kleiner Engel, geschaffen, so die Legende. Auch wenn die Sünde schwer wiegt, verwandelt sie sich schließlich durch die Träne in die Leichtigkeit der Engelsflügel. 

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".