Autismus

Leben mit Autismus: Meine Erfahrungen mit der sozialen Gruppe

Meine Autismus-Spektrum-Diagnose

26.03.2021
„Ich schreibe über Kultur, Musik, Theater, Museen und Literatur. Das passt gut zu mir, ich spiele auch selbst leidenschaftlich gerne Violine und spiele Klavier“
Katja ist Journalistin und Nachhilfe-Lehrerin in Klagenfurt (Foto: Diakonie).

Ich bin Katja, 35 Jahre alt, Journalistin und Nachhilfe-Lehrerin in Klagenfurt. Ich wurde im Frühjahr 2018 auf ASS getestet und Ende Mai desselben Jahres bekam ich Diagnose „ASS/Asperger Syndrom“.

Ich fühlte mich schon seit ich in den Kindergarten kam, anderes als andere. Bis zum Uni-Alter (18) hatte ich große Probleme, mit Gleichaltrigen zu agieren. Zur Diagnose kam ich auf Anraten auf eine Testung im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes. Die Testung und Diagnose bekam ich im Verein „Libelle“ in Graz.

Ein Jahr besuchte ich dort die soziale Gruppe, bevor ich im Herbst 2019 zur Gruppe der Diakonie de La Tour kam. Die 14-tägigen Treffen sind eine wunderschöne und hilfreiche Ergänzung zu meiner monatlichen Psychotherapie. Auch Musik (Violine und Klavier) und Qi Gong und Tai Chi praktizieren hilft mir sehr. Die Diagnose war eine irrsinnige Erleichterung für mich, rückblickend als auch für die Zukunft.

In der Gruppe besprechen wir immer zuerst unser aktuelles Befinden. Danach gibt es jeweils ein Thema, das unsere Gruppen Leiterin Ruth König vorbereitet, oder wir sprechen über unsere Erfahrungen als hochsensible Autisten in einer „Ellbogengesellschaft“ und neurotypischen Welt. Da geht es um Kommunikation mit Menschen, um Angst, soziale Herausforderungen und Ähnliches.

Da ich nicht gut sehe, sind meine Ohren „das Tor zur Welt“. Entsprechend litt ich immer schon bewusst und unbewusst an Lärm. Sei es auf der Straße oder im Büro (Kaffeemaschine, Telefon). Meine feinen Ohren helfen mir sehr beim Musikmachen, wo sie mich im Alltag einfach nur erschrecken. Ich fühle "zu viel" von den Schwingungen auf der Welt, oder wie sich andere Menschen fühlen, was sie ausstrahlen, daher mache ich oft unbewusst „zu“, da ich sonst an Reizüberflutung leide. Oft kann das auch sehr traurig machen oder leichte körperliche Beschwerden auslösen.

Ich würde mich als besonders emotional veranlagt und empathisch einschätzen.

Autismus: Wie nimmst du die Welt wahr?

Autismus ist vielfältig und individuell. So müssen auch die Angebote für Menschen im Autismus-Spektrum sein: www.diakonie.at/autismus