Sadeghs Familie bräuchte viel mehr Unterstützung, als die "Grundversorgung" leistet

Krankheit und Zukunftsängste

Sadeghs Familie wartet auf ihren Asylbescheid und kämpft mit Krankheit und Zukunftsängsten. Die BetreuerInnen der Diakonie helfen, wo sie können.

17.06.2020
Der Besuch der Roten Nasen ist eine willkommene Ablenkung vom schweren Alltag (Foto: Diakonie de La Tour)
Sadegh liebt den Besuch der Roten Nasen. Die Clowns sind eine willkommene Ablenkung vom schweren Alltag des Buben (Foto: Diakonie de La Tour)

Sadegh* ist der Sohn der fünfköpfigen Familie Bazyar*. Er ist mehrfach behindert und wohnt in der Einrichtung "GEA" der Diakonie in Kärnten. Hier erzählen wir, wie seine Familie den schwierigen Alltag meistert.

Familie Bazyar wohnt seit 2018 im Flüchtlingshaus GEA. Die Familie hat es nicht leicht. Die Mutter ist Diabetikerin, der älteste Sohn Firaz* (9 Jahre) hat das Zappelphilipp-Syndrom, bzw. die Diagnose ADHS. Sein jüngerer Bruder Sadegh (7) ist mehrfachbehindert. Vor einem Jahr kam die kleine Maryam zur Welt.

Für den Vater steht das Wohl der Familie im Mittelpunkt. Gesundheitliche Fragen und Zukunftsängste sind seine ständigen Begleiter: Wie erhält Sadegh jene Unterstützung, die er benötigt? Wie können sie so gut wie möglich mit Firaz‘ auffälligem Verhalten umgehen und welchen Ausgang nimmt das Asylverfahren?

Das BetreuerInnen-Team hilft wo es kann

Für Sadegh, der es mit seiner mehrfachen Behinderung besonders schwer hat, konnte die Diakonie, die das Haus und die Familie betreut, dabei helfen, dass der Pflegebedarf des Buben geklärt wird. Jetzt ist klar, dass der Bub eigentlich Pflegeunterstützung (Pflegestufe vier) bekommen müsste. Da die Familie aber noch auf den Ausgang des Asylverfahrens wartet, bekommen sie für die Pflege des Buben kein Pflegegeld. - Damit die Familie nicht ohne Unterstützung dasteht, und mit den schwierigen gesundheitlichen Fragen im fremden Land besser umgehen kann, springt die Diakonie ein.

So besucht eine Expertin für Behindertenarbeit die Familie, um den Eltern Entlastung im Alltag zu bieten und schult sie im Umgang mit Sadeghs mehrfachen Beeinträchtigungen. Außerdem sind die BetreuerInnen aus dem Flüchtlingshaus in ständigem Austausch mit den Schulen und dem Hort, mit ÄrztInnen und dem Kinderkrankenhaus, und vermitteln wo es Hilfe braucht.

Aber auch den kleinen Sorgen und Wünschen widmet sich das Team im Haus „GEA“. So möchte Firaz unbedingt bei einem Break-Dance-Kurs teilnehmen. Wenn die Corona-Krise endlich überwunden ist, wird das BetreuerInnen-Team Firaz seinen Wunsch erfüllen.

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* die Namen wurden von der Redaktion geändert.

Wo die Familie lebt

Die Diakonie betreibt in Kärnten die Unterkunft „GEA“ für geflüchtete Menschen. Insbesondere durch das soziale Engagement des Unternehmens GEA-Waldviertler konnte das Gebäude renoviert und lebenswert gestaltet werden. Heute leben dort 12 Menschen, die auf ihren Asylbescheid warten. Sie können dort weitestgehend selbständig wohnen, und teilen sich einige Gemeinschaftsflächen. Familie Bazyar*, eine fünfköpfige Familie aus dem Iran, bewohnt eine der Wohneinheiten.

Würdevolles Wohnen

Bis geflüchtete Menschen nach Österreich kommen, haben sie oft großes Leid erfahren. In den Unterkünften der Diakonie finden sie nach langer Zeit wieder einen sicheren Ort zum Ankommen.