Aleeke Kusov, alleinerziehend und aus Somalia über ihr Asylverfahren und den langen Weg zu einem Leben in Sicherheit

"Jetzt ist alles okay, ich bin in Sicherheit und meine Tochter ist in Sicherheit!"

Aleeke Kusov ist im 5. Monat schwanger, als das Aberkennungsverfahren eingeleitet wird. Sie fürchtet, gemeinsam mit ihrer noch ungeborenen Tochter nach Somalia abgeschoben zu werden.

 

27.11.2020

Somalia – ein Land gebeutelt von Bürgerkrieg, Hunger- und Dürrekatastrophen und blutigen Clan-Auseinandersetzungen

Aleeke Kusov* ist Anfang 30 und alleinerziehend. Vor über fünf Jahren hat sie ihr Heimatland Somalia verlassen, um anderswo in Sicherheit leben zu können. Denn im bürgerkriegsgebeutelten Land beherrschen Angst, Terror und Gewalt den Alltag. Frauen sind in Somalia besonders gefährdet, Opfer von Gewaltverbrechen und sexualisierter Gewalt zu werden. 98% der Frauen und Mädchen in Somalia sind genitalverstümmelt – dabei ist die schwerste Form von FGM– Typ III – am weitesten verbreitet. 2015 erreicht Aleeke Kusov Österreich und hat damit ihr Leben in Sicherheit gebracht. Vorerst.

Schwangerschaft und Aberkennungsverfahren unsichere Zeiten für Aleeke Kusov
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Aberkennungsverfahren wird in der Schwangerschaft eingeleitet

In Österreich erhielt Aleeke Kusov subsidiären Schutz. Dieser muss zuerst nach einem Jahr, dann nach zwei Jahren verlängert werden. Ende 2018 musste Aleeke Kusov daher zur Einvernahme ins Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) und erneut ihre Fluchtgründe darlegen. Im Februar 2019 erhielt sie die Antwort, dass ihr subsidiärer Schutz nicht verlängert und ein Aberkennungsverfahren eingeleitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Aleeke Kusov bereits im fünften Monat schwanger und ganz auf sich alleine gestellt. Sie hatte große Angst vor einer Abschiebung und was das für ihre ungeborene Tochter bedeuten würde. Im März 2019 hat sie deshalb die Rechtsberatung des Diakonie Flüchtlingsdienstes aufgesucht.

Unabhängige Rechtsberater*innen analysieren den Bescheid und nehmen sich in einem vertrauensvollen Gespräch die Zeit, die Fluchtgeschichte anzuhören. Dieses Gespräch ist die Grundlage für die Beschwerde, die die Berater*innen in Aleeke Kusovs Namen verfassen und beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Der Beschwerde wurde stattgegeben und der subsidiäre Schutz verlängert. So wurden Aleeke Kusov und ihrer Tochter vor schweren Menschenrechtsverletzungen in Somalia bewahrt.

Endlich in Sicherheit

Als Aleeke Kusovs Tochter Mia* geboren wird, sucht sie für ihre Tochter um Asyl an. Mittlerweile ist Mia* eineinhalb Jahre und sowohl Mutter als auch Tochter wurde Asyl zuerkannt.

Mit subsidiärem Schutz können sie dich jederzeit abschieben. Ich war sehr verunsichert, hatte ständig Angst. Jetzt ist alles okay, ich bin in Sicherheit und meine Tochter ist in Sicherheit.
Aleeke Kusov wie es sich anfühlt, endlich Asyl zu erhalten
Aleeke Kusov ist schwanger, als das Aberkennungsverfahren eingeleitet wird. sie fürchtet sich um das Leben ihrer Tochter
Nach langer Zeit der Ungewissheit und Angst sind Mutter und Tochter endlich sicher

Jetzt kann sich Aleeke Kusov auf ihre Zukunft konzentrieren. Sie besucht einen Deutschkurs und möchte später als Krankenschwester arbeiten. Für ihre Tochter wünscht sie sich eine gute Ausbildung, dass sie studieren kann und dass sie so beide der Gesellschaft, die sie aufgenommen hat, etwas zurückgeben können.

*Namen der Redaktion bekannt

Menschen.Rechte.Sichern.

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