Corona

"Ich wünsche mir mein normales Leben zurück"

Die Pandemie setzt junge Menschen unter Druck.

27.01.2021
Corona-Druck: In dieser Zeichnung drückt Vanessa aus, wie sich ihr Leben in der Pandemie anfühlt.
Corona-Stress: In dieser Zeichnung drückt Vanessa aus, wie sich ihr Leben in der Pandemie anfühlt.

Vanessa (Name geändert) ist 17 Jahre alt und wohnt seit 2013 in einer Wohngemeinschaft der Diakonie in Kärnten. Ihr Vater ist schon verstorben, zu ihrer psychisch erkrankten Mutter hat sie nur eingeschränkten Kontakt, zu anderen Familienmitgliedern fast gar keinen. Deshalb sind die Betreuerinnen und vor allem der Freundeskreis sehr wichtig für sie.

Es war schon vor Corona nicht leicht. Jetzt ist alles noch schwieriger.

Corona bringt zusätzliche psychische Belastungen für Vanessa, die sehr unter der sozialen Isolation leidet. "Ich wünsche mir mein normales Leben zurück. Ich möchte in die Schule gehen, Freudinnen treffen und wieder etwas miteinander unternehmen", erzählt sie. Oft ist die Situation für sie extrem belastend. "Manchmal fühle ich mich einsam, weil ich meine Mama und meine Freunde nicht persönlich treffen kann. Und manchmal fühle ich das genaue Gegenteil, weil da sind wir in der Wohngemeinschaft alle genervt voneinander, weil wir den ganzen Tag zusammen sind und dann will ich meine Ruhe haben."

Sicherheit und wohlfülen

Um Jugendliche wie Vanessa zu unterstützen, wird in den Wohngemeinschaften der Diakonie alles getan, um die Situation zu verbessern. Neben der individuellen Betreuung soll das gemeinsame Leben in der Wohngemeinschaft so gestaltet werden, dass sich die Kinder und Jugendlichen sicher fühlen und sich wohlfühlen. Das ist selbstverständlich immer so, aber aktuell noch viel wichtiger. Die Jugendlichen, die schon vor Corona in schwierigen Lebenssituationen und psychisch belastet waren, trifft die derzeitige Situation doppelt schwer. Die professionellen Betreuerinnen sind gefordert, den Tagesablauf zu gestalten.

Neue Kontaktmöglichkeiten und Abwechslung

Um den Kontakt zu Freunden und Familie digital zu ermöglichen, werden Tablets und WLAN zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich werden sie auch bei Lernaufgaben unterstützt. Nachmittags gibt es zusätzliche Angebote, z.B. Yoga oder Filmnachmittage, um Abwechslung in den Alltag innerhalb der vier Wände zu bringen. Zusätzlich gibt es in der Wohngemeinschaft ein wöchentliches Meeting, um Wünsche, Vorschläge und Ideen der Jugendlichen zu sammeln und gemeinsam zu bereden, wie diese umgesetzt werden können.

Corona: Kinder unter Druck

Die Corona-Krise führt zu massiven Belastungen und bringt Kinder unter Druck. Gerade jetzt brauchen Kinder und Jugendliche Unterstützung und Begleitung:

www.diakonie.at/corona-kinder-unter-druck

#KinderUnterDruck

Hilfe im Krisenfall:

Für Menschen in Krisensituationen und ihre Angehörige gibt es Anlaufstellen. Unter www.suizid-praevention.gv.at findest du Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken.

Telefonische Hilfe gibt es auch bei:

  • Psychiatrische Soforthilfe (0-24 Uhr): 01/313 30
  • Kriseninterventionszentrum (Mo-Fr 10-17 Uhr): 01/406 95 95, kriseninterventionszentrum.at
  • Rat und Hilfe bei Suizidgefahr 0810/97 71 55
  • Sozialpsychiatrischer Notdienst 01/310 87 79
  • Telefonseelsorge (0-24 Uhr, kostenlos): 142
  • Rat auf Draht (0-24 Uhr, für Kinder & Jugendliche): 147
  • Sorgentelefon für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Mo-Sa 14-18 Uhr, kostenlos): 0800/20 14 40
  • Gesprächs- und Verhaltenstipps: bittelebe.at