Nachbarschaft

"Ich helfe der Nachbarschaft 'auf die Sprünge'"

Wohnkoordinator: Michael Bednar über seinen Beruf.

04.05.2020
Michael Bednar ist Wohnkoordinator in Gemeinschafts-Wohnquartieren in Wien
Michael Bednar ist Wohnkoordinator in Gemeinschafts-Wohnquartieren in Wien

Ich bin seit rund zwei Jahren in der Quartiersarbeit tätig. Ich bin Wohnkoordinator im "Wohnquartier Traviatagasse" und im "Wohnquartier Querbeet" in Wien.*

Ziel meiner Arbeit ist es, ein Gefühl für Gemeinschaft zum Leben zu erwecken. Das ist in neu gestalteten Quartieren bzw. Stadtteilen eine besondere Aufgabe. Es gibt viele Prozesse zu begleiten und zu moderieren.

Ich organisiere Treffen und schaffe Plattformen, wo Menschen zusammenkommen und ihre Nachbarschaft gemeinsam gestalten können. Wenn ich genügend Ressourcen zur Verfügung habe, kann ich auch in praktischen Dingen unterstützen, z. B. bei Anschaffungen für die Gemeinschaftsräume.

Durch meine starke Präsenz vor Ort bin ich auch Ansprechpartner und Kommunikationsschnittstelle. Und ich habe die Gemeinschaftsräume regelmäßig im Blick.

Mein Ziel ist es, dass die BewohnerInnen den Wert von Gemeinschaftseinrichtungen erkennen und dass dieser nur gemeinsam erhalten werden kann.

Weiters versuche die Leute von Anfang an zu Eigeninitiative zu bewegen. Das wird allerdings in einer Welt, in der die Menschen ständig befürchten müssen, dass ihr Privatleben wegen Erwerbsarbeit und sonstigen Verpflichtungen unter die Räder kommt, immer schwieriger. - Es ist schwer für viele, sich mit der nötigen Verbindlichkeit in gemeinschaftliche Strukturen einzubringen.

Ein Gemeinschafts-WohnQuartier in Wien
Ein Gemeinschafts-WohnQuartier in Wien.

Gemeinschaft langsam wachsen lassen

Meine Rolle ist dabei, Gemeinschaft langsam wachsen zu lassen. Nichts zu erzwingen. Ziel ist es jedenfalls, dass die BewohnerInnen auf lange Sicht ihre gemeinsame Verantwortung für die Gemeinschaftsräume und gute nachbarschaftliche Beziehungen wahrnehmen. Das gelingt dann, wenn sie die Nachbarschaft positiv und unterstützend erleben. Da wollen wir hin.

 

Ein Wordrap

Was machen Sie als erstes, wenn Sie in die Arbeit kommen?

Hände waschen

Ihr liebster Ort in Wien?

Der Donaukanal

Mit wem würden Sie gerne einen Tag in Ihrem Leben tauschen? 

Mit einem Kind, das gerade Gehen lernt.

Welche drei Begriffe fallen Ihnen spontan zu Nachbarschaft ein?

Garten, Müllraum, Kinder

Was macht Ihren Job aus?

Eine neutrale und vermittelnde Position, Hinhören, Geduld

Wie haben Sie Ihre Zeit während der Corona-Isolation verbracht?

Zuhause und in der Lobau

Arbeiten in der Diakonie

Viele Menschen zählen auf uns - wir zählen auf Sie!

Die Diakonie ist ein Netzwerk zahlreicher Organisationen aus folgenden Bereichen der sozialen Arbeit: Altenarbeit, Armut und soziale Krisen, Behindertenarbeit, Bildung, Ausbildung und Kinderbetreuung, Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsarbeit, Gesundheit, Katastrophenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Rettungs- und Sanitätsdienst. Wir suchen engagierte, motivierte und gut ausgebildete MitarbeiterInnen, die eigenverantwortlich und mit Freude und Respekt einer Arbeit mit Zukunftsperspektive nachgehen möchten.

Quartiersarbeit des Diakoniewerks in Wien:

Das Wohnquartier Traviatagasse, im 23. Wiener Gemeindebezirk, hat 199 geförderte Wohnungen für ca. 400 Menschen, einen Kindergarten mit fünf Gruppen, mehrere Gemeinschaftsräume und zwei betreute Wohnungen des Diakonie Flüchtlingsdienstes. Das Wohnquartier "Querbeet" ist eines von fünf Wohnhäusern im Quartier Erlaaer Flur (23. Bezirk), wo nach vollständigem Bezug aller Häuser rund 2.500 Menschen leben werden. Es beherbergt einen Kindergarten, großzügige Terrassen und Grünflächen, Gemeinschaftsräume und die Quartiersküche, eine Gemeinschaftsküche für alle.

Bei der Gestaltung der "Sozialen Nachhaltigkeit" war das Diakoniewerk bei beiden Projekten federführend. Ziel ist es, die sozialorganisatorische Startbegleitung und die Gestaltung des Quartiers­dia­loges zu fördern.

Nachbarschaft

Wir bringen Menschen zusammen, die sich gegenseitig unterstützen. Gute Nachbarschaft heißt, niemanden alleine lassen. Gute Nachbarschaft heißt, miteinander ins Gespräch kommen.

Die Diakonie engagiert sich in Grätzelinitiativen, sozialraumorientierten Projekte, Nachbarschaftshilfe, Quartier- und Community-Arbeit. Im Mittelpunkt stehen Stärkung und Teilhabe: "Tue alles dafür, dass Menschen können, was sie tun wollen."

Wie gute Nachbarschaft entsteht und wirkt, erzählen wir in den Geschichten hier.