Die Tagesgruppe – ein soziales Lern- und Übungsfeld

Ich habe hier viel Mut gefunden

In der Heil- und Sozialpädagogischen Tagesgruppe im Diakonie Zentrum Spattstraße finden Kinder und Familien einen #OrtDerHoffnung.

24.12.2018

Kinder sind neugierig, wollen dazugehören und Gemeinschaft erleben. Doch manchmal geht etwas schief. Vielleicht weil die Eltern große Sorgen haben, weil ein Elternteil krank ist oder das Geld für das Nötigste fehlt. Wenn Kinder dann mit ihrem auffälligen Verhalten zeigen, dass etwas nicht stimmt, und darauf nicht adäquat reagiert wird, fallen sie aus vielen für sie wichtigen Netzwerken raus – aus der Schule, dem Fußballverein, dem Hort. In der Heil- und Sozialpädagogischen Tagesgruppe im Diakonie Zentrum Spattstraße finden Kinder und Familien einen #OrtDerHoffnung.

Das MitarbeiterInnen-Team der Heil- und Sozialpädagogischen Tagesgruppe im Diakonie Zentrum Spattstraße(Foto: Diakonie Zentrum Spattstraße)
In der Heil- und Sozialpädagogischen Tagesgruppe im Diakonie Zentrum Spattstraße finden Kinder und Familien einen #OrtDerHoffnung. (Foto: Diakonie Zentrum Spattstraße)

Thomas ist 10 Jahre alt und wird seit 6 Monaten in der Tagesgruppe betreut. Es ist ihm anfangs nicht leicht gefallen, Grenzen zu akzeptieren und respektvoll mit anderen Kindern umzugehen. „Die Kinder im Hort waren sehr böse zu mir, das hat mich wütend gemacht und die anderen noch böser. Am Anfang war hier alles ganz neu für mich und nicht leicht.“

Die Betreuung in der Kleingruppe von maximal 10 Kindern ermöglicht es auf jedes einzelne Kind einzugehen. Klare Regeln und Vereinbarungen sowie ein strukturierter Ablauf geben den Kindern Orientierung, Sicherheit und Halt. „In diesem geschützten Rahmen können die Kinder neue Erfahrungen machen und alte Muster ablegen. Die Tagesgruppe ist ein soziales Lern- und Übungsfeld. Die Kinder werden psychotherapeutisch unterstützt und erhalten je nach Bedarf Logopädie oder Ergotherapie“, beschreibt Leiterin Irina Langer. Die Tagesgruppe ist Montag bis Donnerstag von 11.00 bis 17.00 Uhr und Freitag von 11.00 bis 15.00 Uhr geöffnet, während der Schulferien und an schulfreien Tagen auch vormittags.

Kindererziehung ist kein Kinderspiel

Ich habe hier schon viel gelernt“ erzählt Thomas stolz:“ Auch wenn ich wütend bin, muss ich nicht schreien. Ich habe hier viel Mut gefunden. Am liebsten erinnere ich mich an gemeinsame Ausflüge.“

Hier fühlen wir uns ernst genommen und akzeptiert.
Helene, Mutter

Kinder zu stabilisieren und in ihrer Entwicklung zu fördern ist nur möglich, wenn es gelingt, Entspannung in die Familie zu bringen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist daher zentral für das Gelingen. Sie sind für uns gleichberechtigte Partner, kennen ihr Kind gut und wollen, dass es ihm gut geht. Helene, die Mama von Thomas, meint dazu: „Es ist erniedrigend, als Eltern wie Versager behandelt zu werden. Wir wussten ja selber nicht mehr recht weiter. Hier fühlen wir uns ernst genommen und akzeptiert. Kindererziehung ist kein Kinderspiel. Aber zum Glück haben wir wieder gelernt, dass manches auch spielerisch leicht gehen kann. Es tut so gut, dass wir wieder lachen können miteinander.“

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Über die Serie #OrtDerHoffnung

Angst, Neid, Wut und Misstrauen sind die Schlüsselbegriffe, die die derzeitigen öffentlichen Debatten regieren. Wir brauchen eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, die den Zusammenhalt in den Vordergrund stellt und nicht den Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft.

Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.