Von Gott und der Welt

Hunger

Die Welt war optimistisch. Seit dem Jahr 2000 hungerten Jahr für Jahr weniger Menschen.

13.10.2018
Blick auf einen ausgetrockneten Wüstenboden © Christof Krackhardt / Brot für die Welt

Die Welt war optimistisch. Seit dem Jahr 2000 hungerten Jahr für Jahr weniger Menschen. Mutig setzte sich die Weltgemeinschaft ein Ziel. Bis 2030 soll niemand mehr verhungern. Doch in den letzten drei Jahren, seit 2015 steigt die Zahl der Hungernden wieder an. Mindestens 820 Millionen Menschen leiden unter akutem Hunger. Aktuelle Krisen, durch Klimawandel verursachte Dürreperioden und unregelmäßige Regenzeiten sind die Ursachen. 

Man möchte um ein Wunder flehen. Eine Wunder wie es einst am See Genezareth geschehen ist, als Jesus die fünf Brote und zwei Fische nahm, das Brot brach und samt der Fische an 5000 Menschen verteilen ließ. Und alle aßen davon und alle wurden satt. Es war nicht genug da, aber wie durch ein Wunder reichte es für alle.

Die Erde schenkt uns genug für alle. Doch die Nahrungsmittel erreichen nicht alle, und wenn sie sie erreichen, dann können die Menschen die horrenden Preise nicht zahlen.

Doch heute bräuchten wir kein Wunder mehr. Die Erde schenkt uns genug für alle. Doch die Nahrungsmittel erreichen nicht alle, und wenn sie sie erreichen, dann können die Menschen die horrenden Preise nicht zahlen. Es braucht kein Wunder, um alle Menschen dieser Welt zu ernähren.

„Um Hunger erfolgreich zu bekämpfen braucht es einen starken politischen Willen und die Übernahme von Verantwortung. Das gilt auch für die Regierung Österreichs, die die Hilfe vor Ort bisher mehr mit Worten als mit Taten unterstützt“, so der Evangelische Bischof Michael Bünker am diesjährigen Welternährungstag.

Doch das wäre ein echtes Wunder von dem man kaum zu träumen wagt.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".