Von Gott und der Welt

Hinter uns die Sintflut

„Hinter mir die Sintflut“, so denkt der, dem die Folgen seines Handelns egal sind, der den Tag genießen will, bevor es zu spät ist, oder der glaubt, nichts mehr am Lauf der Welt ändern zu können.

17.11.2018
Schiff am Strand wird von der Flut fortgerissen

Dabei wird die Sintflut in der Bibel als so schreckliches Ereignis beschrieben, dass es selbst Gott danach reut und er verspricht: „Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen.“ Nun wissen wir, und niemand zweifelt mehr daran, dass hinter uns die Sintflut kommt. Doch heute ist sie nicht Gottes Werk, sondern menschengemacht. Selbst Donald Trump leugnet den Klimawandel nicht mehr.

Dass die Klimakatastrophe kommt, wenn wir so weitertun, ist gewiss – so gewiss und groß und schrecklich, dass unsere kleinen Schritte, die jede und jeder, die unsere Regierung, ja selbst die US-Administration tun könnten, zu klein und damit sinnlos scheinen.

Es herrscht ein globales Gefühl der Ohnmacht und der Resignation vor dem Unausweichlichen.

Die WarnerInnen und KlimaaktivistInnen scheinen auf verlorenem Posten zu stehen. Wie soll das funktionieren, die Erderhitzung zu stoppen? Noah wird es beim Bau seiner Arche ähnlich gegangen sein. Er wurde wohl verlacht und verspottet. Und doch hat er das Überleben der Menschheit gesichert. Wer sich für das Richtige einsetzt, tut das nicht, weil er glaubt, es wird funktionieren, wie Tobias Haberkorn in „Die Zeit“ schreibt; er tut es, weil es das Richtige ist.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".