Von Gott und der Welt

Helfen macht Freude

Das Wiener Spendenparlament schließt seine Pforten. 20 Jahre lang haben sich Menschen getroffen, die etwas gegen die Armut tun wollten, die Menschen wieder neue Lebensperspektiven geben wollten.

20.10.2018

Das Spendenparlament sammelte nicht nur Geld, sondern stimmte in demokratischer Weise darüber ab, wie und wo das Geld am besten verwendet wird. Mit über 300.000 € konnten wichtige Projekte wie die Wiener Tafel, das Neuner Haus oder s’Häferl, die allesamt Wohnungslosen Zuflucht und Unterstützung bieten, gefördert werden.

Die Seele des Spendenparlaments bildeten Erika, Renate und Eugen. Sie kämpften 20 Jahre lang ehrenamtlich in ihrer Freizeit gegen die Armut. Sie besuchten jedes einzelne Projekt, überzeugten sich, dass die Spendengelder ihr Ziel erreichten, und taten das immer mit großem Respekt vor denen, die Hilfe nötig hatten. „Es hat vor allem großen Spaß gemacht“, haben mir Erika und Renate gesagt, als ich gemeint habe, 20 Jahre einen langen Atem zu haben, sei wohl auch anstrengend gewesen.

Helfen macht Freude, hält wach und jung.

Das Gebot: „Liebe Deinen Nächsten!“ ist keines, das der Anstrengung bedarf. Im Psalm 119 heißt es über die, denen die Nächstenliebe zu anstrengend ist: „Ihr Gewissen ist abgestumpft; an ihnen prallt alles ab, was du sagst. Ich aber freue mich über dein Gebot.“  Erika, Renate und Eugen hatten Freude am Helfen und haben hundertfache Freude gegeben.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".