Menschen mit Behinderungen mitten im Gemeindeleben

Geteilte Verantwortung und doppeltes Vergnügen! Schladming

Endlich ist es wieder möglich: ein inklusiver Spiele-Nachmittag in der Mittelschule, Grünraumpflege in der Gemeinde, gesunde Jause für die Schulen – alles inklusiv(e)!

20.05.2021
Das Team der "Köstlichen Pause" bringt die Verpflegung in die Schule (Foto: Diakonie)
Das Team der "Köstlichen Pause" bringt die Verpflegung in die Schule (Foto: Diakonie)

Das Pandemie-Jahr mit den zahlreichen Einschränkungen ist an niemandem spurlos vorübergegangen. Betroffen waren auch die Arbeitsgruppen für Menschen mit Behinderung in Schladming. Aber jetzt, in den Wochen der ausklingenden Corona-Pandemie füllen die Gemeinde Schladming und die Diakonie den Sozialraum endlich wieder mit Leben.

„Inklusive Jause“ in der Schule in CoronaZeiten

In den Corona-Monaten konnte das Team der „Köstlichen Pause“ nur eingeschränkt das Schulgebäude der Mittelschule betreten. „Wir vermissen unsere Käseweckerl“, waren sich die Schülerinnen und Schüler einig, aber auch: „Wir vermissen das Team der Köstlichen Pause“!

Eine Idee musste her, wie trotz Corona ein wenig Sozialkontakt zwischen den Schüler:innen und den Mitarbeiter:innen mit Behinderung der Diakonie entstehen kann.

Karin Walla, Maria Höflehner und Andrea Schrempf machten sich an die Planung: Wie wäre es mit einer Boccia-Partie zwischen Schüler:innen und den jungen Menschen mit Behinderung am nahen Sportplatz? Auch Direktor Hans Rettenbacher war überzeugt: Das Projekt passt hervorragend in das Fach `Soziales Lernen´ und der öffentliche Sportplatz bietet Corona-konformes Vergnügen.

Menschen mit Behinderung planen Gemeinschaftsaktionen in den Räumen des Rathauses

Der nächste Schritt: Eine Planungsgruppe gründen. Aber auch eine einfache Sitzung ist in Corona-Zeiten nicht so einfach durchzuführen, ein großer Raum musste her. Das Schulgebäude fiel in Pandemie-Zeiten für diesen Zweck aus, im Diakoniewerk-Stützpunkt war zu wenig Platz.

Karin Walla fand den direkten Weg in die Stadtgemeinde Schladming und somit auch die Lösung: Die Vertreter der Stadtgemeinde stellten kurzerhand ein großes Sitzungszimmer für die Planung zur Verfügung.

Aber nicht nur das: Die Arbeitsgruppe des Diakoniewerks durften den Raum auch als Aufenthalts- und Pausenraum verwenden, wenn es im Stützpunkt corona-bedingt zu eng wurde. Über dieses Angebot freuten sich die Arbeitsgruppen des Diakoniewerks sehr: Mitten im Geschehen zu sein, direkte Kontakte zu Verantwortungsträgern pflegen zu können und vor allem zu erleben: Unsere Arbeit ist richtig wichtig!

Das erlebt auch der Schladminger Bürgermeister Hermann Trinker so. Er betont die Wechselseitigkeit der Beziehung: „Die vielen Kontakte und Begegnungen sind immer wieder erfrischend und erfreulich. Auch die Verantwortlichen in der Gemeinde lernen, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung wichtig sind für die Gemeinde. Die Arbeit des Diakoniewerks ist ein Gewinn für alle, weiter so!“

„An Schladming schätze ich, dass für die Inklusion alle an einem Strang ziehen, wie dieses Projekt zeigt: Die Schulen, die Stadtgemeinde und wir als Diakonie“, betont Claudia Paulus, Geschäftsführerin des Diakoniewerk Steiermark. Mit rund 20 Partner:innen pflegt das Diakoniewerk im Ennstal Kooperationen in Form von Arbeitsgruppen, Projekten oder gemeinsamen Aktionen wie dieser Boccia-Nachmittag. Auch die Arbeit von freiwillig Engagierten ist wichtig: Das Team der „Köstlichen Pause“ wird beispielsweise von zwei freiwillig mitarbeitenden Seniorinnen unterstützt.

Und auch die Kooperation mit den Schüler:innen im Schulfach „Soziales Lernen“ wird in die Verlängerung gehen: Im Rahmen von Workshops werden Schüler:innen und Menschen mit Behinderung miteinander Schladming „begehen“ – im Rollstuhl, mit Rollator oder Gehhilfen. So wird durch die eigene Erfahrung jedem und jeder Teilnehmer:in klar, wie sich Verkehrsteilnehmer:innen sicher und barrierefrei in Schladming bewegen können.

In aller Kürze

Eine Stadtgemeinde wie Schladming bietet viele Möglichkeiten, um soziale Kontakte zu pflegen, vorhandene Infrastruktur zu nutzen, betriebliche Kooperationen aufzubauen und Inklusion und Vielfalt zu leben. So können Menschen mit Behinderungen ihren Platz mitten im Gemeindeleben einnehmen, und alle profitieren von der gelebten Inklusion.

Sozialraumorientierung: Für eine gute Nachbarschaft

Selbstbestimmt, aber nicht allein: www.diakonie.at/sozialraumorientierung

#GuteNachbarschaft