Inklusion

Gemeinsam lernen macht Kinder stark

Inklusion in der Schule

19.08.2020
"Es war normal, verschieden zu sein." (Das Foto ist vor der Corona-Zeit entstanden)

In der Diakonie gibt es viele beeindruckende Beispiele, wenn es um Inklusion von Kindern mit und ohne Behinderung in der Schule geht. So hat das "Montessori Oberstufen Realgymnasium" des evangelischen Diakonieverein in Salzburg 2008 die damals allererste "inklusive Oberstufe" Österreichs gestartet. "Was ich in der Schule über Inklusion gelernt habe, setze ich im Alltag immer wieder ein", erinnert sich Sophie Lackner, eine ehemalige Schülerin.

Die "Martin-Boos Schule" in Oberösterreich wiederum ist eine Volksschule, die ebenso das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung ins Zentrum stellt. Paul Spinka, ehemaliger Schüler der Martin-Boos-Schule, erinnert sich: "Für mich hat es nie einen Unterschied gemacht, ob meine Klassenkameradin ein Kind mit oder ohne Behinderung ist. Es war normal, verschieden zu sein und es haben sich auch richtige Freundschaften untereinander entwickelt, unabhängig von einer Behinderung."

Hausübung im herkömmlichen Sinne, eine Glocke oder Noten gab es keine, schildert Spinka. Er erzählt zudem von drei KlassenlehrerInnen, denen es möglich war, jedes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen.

Der Übergang ins Gymnasium sei ihm nicht schwer gefallen, wie einige vermuten würden. "Ich habe enorm von diesen vier Jahren profitiert und kann jedem Kind nur wünschen, schon im Volksschulalter eine solche Erfahrung zu machen. Die Angst vorm Anderssein wird so spielerisch und nebenbei abgebaut."

Am Evangelischen Realgymnasium Donaustadt gibt es eine integrative Oberstufe, wo nach inklusivem Konzept unterrichtet wird. Die Lehrerinnen und Lehrer versuchen "nicht auf die Merkmale einer Beeinträchtigung einzugehen", wie die Lehrerin Laura Riefenthaler erklärt. "Sondern", ergänzt die Schülerin Maya Wobetzky "auf den Menschen selbst." Jeder Schüler und jede Schülerin hat Begabungen und Schwierigkeiten. "Und davon ausgehend muss ich mir dann überlegen: Welches Ziel wollen wir erreichen und welche Methoden sind dafür geeignet", sagt Laura Riefenthaler. Mehr über Inklusion in der Schule erzählen die beiden hier.

Gute Schule ist bunt, vielfältig und inklusiv. Sie wird gemeinsam gestaltet. Sie fördert dort, wo Unterstützung gebraucht wird. Sie lässt Stärken wachsen.

So macht Schule stark!