Von Gott und der Welt

Für unsere Enkel

Die Chancen stehen 1:20, dass das Ziel, das am Weltklimagipfel vereinbart wurde, noch erreicht werden kann. Es müsste ein Wunder geschehen, damit die globale Erwärmung auf 2 Grad begrenzt werden könnte.

04.08.2018
Blick auf einen ausgetrockneten Wüstenboden © Christof Krackhardt / Brot für die Welt
Der Raubbau an der Natur hat Konsequenzen. Der Klimawandel verstärkt die Wüstenbildung - z.B. in der Region Ukamba in Zentralkenia (Foto: Christof Krackhardt / Brot für die Welt)

Das New York Times Magazin zitiert in einer Aufsehen erregenden Reportage den Klimaforscher James Hansen, der bei einer Erwärmung um 2 Grad von einer Katastrophe spricht, die unausweichlich ist.

Der Meeresspiegel wird um mehrere Meter steigen, die Korallenriffe werden sterben und ganze Weltgegenden unbewohnbar.

Wahrscheinlicher aber erscheint ihm eine Erwärmung um 3 Grad. In der Arktis würden Bäume wachsen, und die meisten Küstenstädte würden dem Verderben preisgegeben.

Dabei war vor 30 Jahren schon klar, dass der Weg des ungehemmten CO2 Ausstoßes in die Katastrophe führt, so die NYT.

Wie kann es sein, dass die Menschheit sehenden Auges wie die Lemminge in die Katastrophe läuft, statt die Schöpfung zu bewahren?

Retten wir jetzt, was noch zu retten ist.

Die letzten Jahrzehnte waren die Jahre des Ichs. Die Zeit der Tüchtigen und Fitten. In der es hipp war, auf sich selbst zu schauen. Jeder war seines Glückes Schmied. Das Glück unserer Kinder und Enkelkinder ist da aus dem Blickfeld geraten.

Meine Generation der Älteren, die es in der Hand gehabt hat, das Ruder herumzureißen, war mit sich selbst beschäftigt. Retten wir jetzt, was noch zu retten ist. Nicht für uns, sondern für unsere Enkel.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".