Wenn Jugendliche akut Hilfe brauchen ist JUNO in Villach ein Zufluchtsort

Ein Rucksack und ein Schlafsack …

Wenn Jugendliche in die Jugendnotschlafstelle (JUNO) der Diakonie in Villach kommen, haben sie meist nur das, was sie am Körper tragen. Doch die schwierigen Lebenssituationen, in denen sich diese Jugendlichen befinden, gehen weit über materiellen Besitz hinaus.

06.12.2019
Marie Danko ist Teamleiterin in der Jugend-Notschlafstelle JUNO in Villach
Marie Danko ist Teamleiterin in der Jugend-Notschlafstelle JUNO in Villach

Marie Danko ist Teamleiterin in der Jugend-Notschlafstelle JUNO in Villach. Sie erzählt aus ihrem Alltag. 

"Die JUNO soll ein Ort sein, wo sich junge Menschen in Krisensituationen trotz allem ein bisschen wohlfühlen können“, sagt Marie.

Wenn junge Menschen früh ihr Zuhause verlieren

„Es gibt Jugendliche, die schon mit 14 Jahren rausgeschmissen werden aus einem Zuhause, das von Gewalt oder Drogen beherrscht wird. Sie haben es besonders schwer", sagt Marie. Und sie ergänzt: "Diese Jugendlichen können oft mit strikten Strukturen und Regeln nicht umgehen, weil sie diese nie vorgelebt bekommen haben."

Alles was es in der JUNO gibt, ist für sie verständlich, basiert auf Freiwilligkeit und wir verpflichten die Jugendlichen zu nichts. So gelingt es uns, Hemmschwellen abzubauen und zu den Jugendlichen vorzudringen. So können wir uns kennenzulernen und wir finden einen Weg, auf ihre Bedürfnisse besser einzugehen.“

Die jungen Menschen können in einem Zeitraum von drei Monaten pro Jahr in der JUNO nächtigen und bekommen in dieser Zeit auch Hilfe vom JUNO-Team.

"Die jungen Menschen, die zu uns kommen, sind wohnungslos, obdachlos und meist mit anderen psychischen, physischen und sozialen Defiziten belastet. Da gibt es natürlich immer wieder Situationen, die nicht in dieser kurzen Zeit zu lösen sind. Die vielen Lebensgeschichten, die sie mitbringen, sind oft sehr schwierig.“

Wie kommt es bei Jugendlichen zu Wohnungslosigkeit?

„Das Klischeebild des älteren Sandlers auf einer Parkbank hat ausgedient. Immer öfter sind es junge Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind", erzählt Marie. 

Oft zerbrechen ganze Leben, bevor sie richtig begonnen haben. Die Dunkelziffer bei der Wohnungslosigkeit von Jugendlichen ist hoch. Sie kommen kurzfristig bei Freunden unter, und müssen sich von Tag zu Tag überlegen, auf welcher Couch er oder sie heute übernachtet. "Das nennt man ‚versteckte Wohnungslosigkeit‘. - Und oft ist das der Weg in die tatsächliche Wohnungs- und Obdachlosigkeit. 

"Die Abwärtsspirale beginnt meist sehr früh. Diese zeichnet sich oft durch Gewalt, Vernachlässigung und Einsamkeit aus", erklärt die Sozialarbeiterin.

Viele sind in ihrem Leben schon früh auf sich gestellt

Scham, Verharmlosung der Situation und Misstrauen sind oft Faktoren, die junge Menschen versteckt wohnungslos leben lassen. Was diese Jugendlichen gemeinsam haben, ist der fehlende Rückhalt der Familien, und dass sie schon früh in prekären Situationen auf sich alleine gestellt waren.

Der Großteil der Jugendlichen, die in die JUNO kommen, nimmt die angebotene Hilfe auch an. Meist ist es aber so, dass sie das, was gerade mit ihnen passiert, erst später aussprechen und realisieren können. „Das war auch bei einem Jugendlichen so, der bei uns in der JUNO war und danach mit unserer Hilfe wieder eine Wohnung bekommen hat. Nach einiger Zeit, es war zu Silvester, hat er uns eine SMS geschickt und sich bedankt.“

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