Inklusion will die Veränderung der gesellschaftlichen Ordnung

Durch Inklusion soll sich die Gesellschaft verändern!

Inklusion will die Veränderung von Gesetzen. Inklusion will die Veränderung der gesellschaftlichen Ordnung.

18.09.2019

von: Michael Mellitzer*

Inklusion heißt: Die Gesellschaft soll sich so verändern, dass Menschen mit Behinderung - so wie sie sind - ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sein können. - Das klingt nach Revolution, und das ist es auch.

Das heißt nämlich, dass Inklusion nicht „nur ein bisschen“ gemacht werden kann. Es gibt nur entweder – oder. Und jetzt kommt`s:

Behinderten-Organisationen finden sich in einer paradoxen Situation wieder. Inklusion kann nicht abgelehnt werden, sie lässt sich aber auch nicht umsetzen. Die gesetzlichen Rahmenbedingen dazu fehlen. Also „spielen“ wir Inklusion. So wie wir schon Jahrzehnte die „Normalisierung“ der Lebensverhältnisse spielen.

Wir trennen die Lebenswelten „Arbeit“ und „Wohnen“ voneinander, und tun so, als ob. Aber es ist nicht „Arbeit“, die wir den KlientInnen ermöglichen, sondern es ist „Beschäftigung“. Und es ist nicht „Urlaub“, weil wer nicht arbeitet, auch keinen Urlaubsanspruch hat. Und es ist nicht „Gehalt“, sondern es ist „Taschengeld“.

Das ist eine Inszenierung von Wirklichkeit.

Ist „Inklusion“ eine gesellschaftspolitische Utopie, oder einfach nur der romantische Entwurf einer gerechteren Gesellschaft?  - Oder warten wir darauf, dass alle Menschen, unterschiedlichster Sprachen, Herkunft und Sozialisation, einander plötzlich verstehen!

Das kling vielleicht alles nicht sehr optimistisch, eines aber ist klar: Einfach nur zu Warten ist nicht unser Ding!

 

* Der Autor ist Fachbereichsleiter Menschen mit Behinderung der Diakonie de La Tour in Kärnten.