Autismus-Beratungsstelle der Diakonie de La Tour

Die Welt mit anderen Augen sehen

Wie ist es in einer Welt zu leben, in der man nicht die Musik, sondern nur Hintergrundgeräusche wahrnimmt? Einer Welt, in der man es schwer aushält, wenn die Sonne scheint, weil ihr Licht Schmerzen bereitet? Einer Welt, in der man den Wald als Ganzes nicht sieht, sondern die Blätter einzeln und detailliert wahrnimmt? Einer Welt, in der zwischenmenschliche Kontakte kaum stattfinden und Gefühle oft falsch gedeutet werden? Es ist dies eine eigene Welt, in der sich Menschen im Autismus-Spektrum bewegen, und sie öffnet sich nur sporadisch: durch Tasten, durch Riechen, durch Schmecken …

20.12.2018

Von Nikolaus Onitsch

In der Diakonie de La Tour beschäftigen wir uns schon lange und intensiv mit dem Thema Autismus. Seit Juni 2018 bieten wir auch eine kostenlose Beratung für Menschen im Autismus-Spektrum (MiAS) an. Das Angebot umfasst Fall- und Fachberatung, Autismus-spezifische Einzelförderung, Gruppenangebote zur Förderung der sozialen Kompetenz sowie begleitete Selbsthilfegruppen für Menschen im Asperger-Syndrom.

Mensch mit Luftballon (Foto: Gerhard Maurer)
Die Diakonie de La Tour bietet kostenlose Beratung für Menschen im Autismus-Spektrum (Foto: Gerhard Maurer)

Ein Gewinn an Lebensqualität

„In Kärnten gibt es für Asperger-Autisten im Erwachsenenalter kaum Beratungsmöglichkeiten und Gelegenheiten zum gegenseitigen Austausch“, erzählt Ruth König, die Leiterin der MiAS-Beratungsstelle. „Viele der Betroffenen fühlen sich als Außenseiter. Wir helfen, damit Menschen mit ähnlichen Problematiken zusammenfinden und dadurch das Gefühl des Andersseins verlieren“, so König.

Das Gegenüber richtig zu deuten ist eine Herausforderung, der sich Menschen im Autismus-Spektrum tagtäglich stellen müssen: „Das Bedürfnis, soziale Kompetenzen zu erwerben, ist stark. Mit unserem Angebot fördern wir unter anderem ganz alltägliche Dinge wie Smalltalk führen oder Gefühle äußern und bei anderen erkennen. Für Menschen im Autismus Spektrum ist es wichtig, jemanden zu haben, der einem zuhört und mit Tipps zur Seite steht. Darin sehen wir einen wichtigen Teil unserer Arbeit.“

Logo für die Serie #OrtDerHoffnung

Über die Serie #OrtDerHoffnung

Angst, Neid, Wut und Misstrauen sind die Schlüsselbegriffe, die die derzeitigen öffentlichen Debatten regieren. Wir brauchen eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, die den Zusammenhalt in den Vordergrund stellt und nicht den Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft.

Die Arbeit der Diakonie besteht darin, Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegen zu treten und ihre Würde zu bewahren. Mit der Social-Media-Serie #OrtDerHoffnung macht die Diakonie auf Menschen und Projekte aufmerksam, die Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Solidarität fördern und weiterentwickeln.