Von Gott und der Welt

Das größte Geschenk

Meine Bewunderung gilt all jenen, die schon Ende September die Weihnachtsgeschenke für all ihre Liebsten beieinander hatten, sie in den hintersten Winkeln ihrer Schlafzimmerschränke versteckten und völlig entspannt die Vorweihnachtszeit genießen konnten.

22.12.2018
Weihnachtskrippe

Doch so vorausschauend scheinen die Wenigsten zu sein. Geh ich durch die Einkaufsstraßen, geht es den meisten wie mir. Sonst wären die Geschäfte leerer. Erst das Näherrücken des Weihnachtsabends weckt die Schenkenslust – oder eben das schlechte Gewissen, für die Antschi-Tant wieder nichts Originelleres gefunden zu haben als den Badeschaum mit Veilchenduft. Die Weihnachtsgeschenke erinnern uns an die Geschenke, die die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind überbrachten, aber vielmehr noch an das große Geschenk Gottes an die Menschen, dass er sich selbst verschenkt, indem Gott Mensch geworden ist, als Kind in der Krippe.

Gott wurde Mensch, Gott verschenkte sich selbst aus Liebe zu den Menschen.

Doch das war keine last-minute-Entscheidung. Da musste zuerst der Engel der Verkündigung Maria besuchen, Joseph beruhigt werden. Die Heilige Familie musste nach Bethlehem umziehen, die Hirten auf dem Felde mussten vorgewarnt werden. Dann war die Welt bereit, das große Geschenk Gottes zu empfangen. Gott wurde Mensch, Gott verschenkte sich selbst aus Liebe zu den Menschen. Nun sind wir nicht Gott, aber es ist selbst unter dem Christbaum nicht zu spät: Mach‘s wie Gott, verschenke dich selbst!

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".