Lehrerin an einer Schule für Sozialbetreuungsberufe

Begeisterung entfachen

Für Barbara Klammer ist Unterrichten immer auch ein Austausch

10.02.2020
Das Reizvolle am Beruf Lehrerin sein ist für mich, dass es immer stark darum geht, die Schüler und Schülerinnen zu erreichen.
"Das Reizvolle am Beruf Lehrerin sein ist für mich, dass es immer stark darum geht, die Schüler und Schülerinnen zu erreichen." (Foto: Diakoniewerk)

Warum unterrichten Sie an der Schule für Sozialberufe?

Das Reizvolle am Beruf Lehrerin sein ist für mich, dass es immer stark darum geht, die Schüler und Schülerinnen zu erreichen. Also ihre Interessen zu erkennen und an ihren individuellen Stärken anzudocken und diese auszubauen. Die Begeisterung für ihre Berufswahl bzw. ihren späteren Beruf dadurch weiter zu entfachen und am Lodern zu halten. Es ist auch wichtig den Schülern und Schülerinnen fundiertes Fachwissen zu vermitteln und Methoden an die Hand zu geben, die sie befähigen die Herausforderungen, die ein Beruf birgt, der mit Menschen zu tun hat, wo es viel um Beziehungsgestaltung geht, professionell bewältigen zu können. Durch den Austausch im Unterricht und das Feedback der Schüler und Schülerinnen ergibt sich für mich auch die spannende Möglichkeit Einsichten in die Welt junger Menschen oder in die Welt der Berufseinsteigerinnen zugewinnen. Wie erleben diese die Begleitung von älteren Menschen heute? Welche Chancen werden wahrgenommen, an welche Grenzen stößt man? Welche transkulturelle und transgenerationale Unterschiede gibt es und wie versuchen die Begleiter und Begleiterinnen diesen zu begegnen? Solche Diskussionen erweitern mein Weltbild und ich empfinde diese als besonders bereichernd.

Wie wird die Verbindung Praxis/Wirtschaft und Schule sichtbar?

Konkrete, aktuelle (natürlich anonymisierte!) "echte Fallbeispiele" aus den Beratungssituationen (z.B. aus  Teamberatung: Fragestellungen, die sich tatsächlich in der Begleitungssituation ergeben können, Konfliktsituationen u.ä.; Gespräch mit Familie/Angehörigen; Psychologische Behandlung von Klienten im Einzel- oder Gruppensetting) werden thematisiert. Verschiedene Lösungsstrategien werden gemeinsam erarbeitet und gegenübergestellt (aus der Erfahrung der Schüler selbst, aus dem Begleitungsalltag von Teams, aus psychologischer Sicht/theoretisches Hintergrundwissen/Fachwissen). Die Sichtweisen verschiedener Personen (KlientIn, Angehörige, MitarbeiterIn, Therapeutin,…), die im System wirksam sind, werden eingenommen (Perspektivenwechsel, Selbsterfahrungsübungen "sich einfühlen" z.B. auch durch Rollenspiele, Gesprächsführung - einer übernimmt die Rolle des Beraters, einer die des besorgten Angehörigen: Wie führe ich ein Gespräch, welche Deeskalationsmethoden gibt es? Wie gehe ich mit meinen eigenen Gefühlen um/Reflexion des eigenen Anteils? Eigene Ressourcen erkennen, Konfliktbewältigung/Stressmanagement z.B. erarbeiten des "inneren Teams"). Ich nehme auch immer wieder Testverfahren aus der Diagnostik mit und lasse sie die Schüler selber ausprobieren (Leistungstest z.B. HAWIE, Projektive Testverfahren (Rorschachtest, Scenotest,…)

Barbara Klammer unterrichtet an der Schule für Sozialberufe Altenarbeit: Psychologie Klinische Psychologin und ist Gesundheitspsychologin.

Text: Andrea Obermühlner

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