Von Gott und der Welt

Auf der Suche nach Geborgenheit

Vielleicht kennen Sie den Spruch auf alten bäuerlichen Bildern: „Wo Glaube da Liebe, wo Liebe da Friede, wo Friede da Segen, wo Segen da Gott, wo Gott keine Not.“ Diese Zeilen hat mir ein Leser dieser Kolumne geschrieben.

18.08.2018
Ein Porträt von Diakonie Direktor Michael Chalupka (Foto: Luiza Puiu)

Kritische Geister werden hier sofort einwenden, dass der Glaube doch auch zu schrecklichen Kriegen und Verfolgungen geführt hat, dass Menschen aus ihrer Glaubensüberzeugung bereit waren, anderen, die nicht ihren Überzeugungen gefolgt sind, Gewalt anzutun.

Doch hinter dem Spruch vom Glauben, der Liebe und dem Frieden, steckt eine tiefe Erfahrung. Die Erfahrung der Geborgenheit, des sicheren Halts im Vertrauen und in einer Gemeinschaft in die man eingebettet ist, die auch über die Zeiten trägt.

Friede entsteht nur durch einen Glauben, der ein- und nicht ausschließt, der einlädt und nicht ausgrenzt, sich der Umwelt nicht überlegen wähnt, sondern der Welt dient.

In Zeiten wie diesen, die schnell sind, sich beinahe täglich verändern, in der verschiedene Wahrheiten aufeinander prallen ist die Sehnsucht nach Geborgenheit, einem Anker in stürmischen Zeiten besonders groß. Der Glaube an Gott, der die Liebe ist und Segen gibt, kann ein solcher Anker sein, der Halt und Geborgenheit gibt. Doch Friede entsteht nur durch einen Glauben, der ein- und nicht ausschließt, der einlädt und nicht ausgrenzt, sich der Umwelt nicht überlegen wähnt, sondern der Welt dient.

Die Kirchen haben gelernt, dass der Glaube, der sich mit Gewalt verbindet ins Unglück führt. Dass der Glaube, der ohne alle Macht auskommt zum Frieden führt, das muss täglich geübt werden.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".