Von Gott und der Welt

Wo ist dein Bruder?

Dieser Tage finden wir uns in Europa auf der Seite Kains wieder. Wenn Gott heute fragen würde, wie er Kain gefragt hat: „Wo ist dein Bruder Abel?“ Wenn der Herr fragen würde: „Wo sind deine Brüder und Schwestern, die Zuflucht bei dir gesucht haben und sich auf den Weg über das Meer gemacht haben?“ – Welche Antworten erhielte Gott da?

25.04.2015
Die Initiative Gegen Unrecht macht Solidarität mit Flüchtlingen sichtbar
Die Initiative „Gegen Unrecht“ fordert von der österreichischen Politik mehr Einsatz zum Schutz von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer.

Kain hat ja geantwortet: „Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?“

Die Antworten heute sind andere. Doch gleichen sie der Antwort Kains. „Wir wissen es nicht, wir sind nicht verantwortlich für ihr Leben, ihr Überleben. Verantwortlich sind die Schlepper, die Menschen in überfüllte Boote pferchen. Verantwortlich sind die Menschen selbst, die nur aus wirtschaftlichen Gründen sich den Wellen anvertrauen.“

Ja, es sind sogar Stimmen zu hören, die sagen, verantwortlich seien die Helfer, die versuchten zu retten und eine notwendige Seeblockade verhindern.

Wo sind unsere Brüder und Schwestern? Sie warten in zerbrechlichen Nussschalen, dass Hilfe kommt. Sie warten in überfüllten Flüchtlingslagern, dass ihnen und ihren Kindern der Zugang zu Asyl auf legalem Weg gewährt wird.

Treten wir ein für ein echtes Programm der Seenotrettung, denn jeder und jeder könnte gerettet werden, und für die Möglichkeit eines legalen Zugangs zu Asyl und Schutz.

Es ist Zeit, die Seite zu wechseln. Treten wir an die Seite Abels, an die Seite der Opfer! Treten wir ein für ein echtes Programm der Seenotrettung, denn jeder und jeder könnte gerettet werden, und für die Möglichkeit eines legalen Zugangs zu Asyl und Schutz. Bitte unterschreiben Sie auf der Seite Abels: www.gegen-unrecht.at

Über die Initiative „Gegen Unrecht“

Die Initiative „Gegen Unrecht“, eine Aktion von Diakonie, Caritas, Amnesty International, SOS Kinderdorf und Rotem Kreuz, macht sich für eine Trendwende in der Asyl- und Flüchtlingspolitik stark.

Die Forderungen auf einen Blick:

  1. Sofortige Wiedereinführung der Rettungsaktion Mare Nostrum 2.0 mit Rettungsbooten durch gemeinsame Mittel aller EU-Mitgliedsstaaten im Mittelmeer
  2. Sicheren und legalen Zugang für schutzsuchende Menschen, um in Europa Asyl zu beantragen
  3. Rasche Einberufung eines EU-Gipfels der EU-Regierungschefs gemeinsam mit der Zivilgesellschaft um eine gemeinsame, menschliche europäische Flüchtlingspolitik zu erreichen.