Der Alltag im Übergangsquartier Hochstraße

„Wo es Leben gibt, da gibt es Hoffnung“

Seit Anfang Dezember betreibt die Diakonie in Kooperation mit der Heilsarmee Österreich ein Übergangsquartier im 23. Bezirk in Wien. Bis zu 40 Personen haben hier einen vorübergehenden und sicheren Schlafplatz gefunden. Obwohl es nur eine kurze Zwischenstation auf ihrem Weg in ein fixes Grundversorgungsquartier in Österreich ist, steht hier das Miteinander im Vordergrund.

25.01.2016
  • Bewohner des Übergangsquartiers der Diakonie (Foto: Ben Nausner)
    Egal ob aus Gabun, Afghanistan, Syrien oder Irak - die Menschen, die hier eine vorübergehende Bleibe gefunden haben, verbindet, dass sie das Beste aus der aktuellen Situation machen wollen. (Bild: Ben Nausner)
  • Asylwerber wartet im Übergangsquartier auf einen Platz in der Grundversorgung  (Foto: Ben Nausner)
    Bis zu 40 Personen haben hier einen vorübergehenden und sicheren Schlafplatz gefunden. (Foto: Ben Nausner)
  • Die Küche im Übergangsquartier der Diakonie (Foto: Ben Nausner)
    The Welcoming Organisation (TWO) jeden Tag gemeinsam mit den Flüchtlingen eine warme Mahlzeit. Täglich ab 10 Uhr geht es los und das Küchenteam beginnt Zwiebeln, Kartoffeln etc. zu schneiden, damit alle ein nahrhaftes Essen bekommen. (Foto Ben Nausner)

Joseph kommt aus Gabun und wohnt seit Mitte Dezember im Übergangsquartier. „Das ist ein guter Ort hier. Wir helfen einander und versuchen gemeinsam die Wartezeit zu überbrücken bis wir einen fixen Platz zugewiesen bekommen“, erzählt er. Seit seiner Flucht über das Mittelmeer nach Italien und weiter nach Österreich hat er viel erlebt und in diversen Notunterkünften übernachtet.

Über die Rechtsberatung des Diakonie Flüchtlingsdienstes soll Joseph jetzt endlich einen Grundversorgungsplatz in einem der Bundesländer bekommen. Die Wartezeit will er aber nicht untätig absitzen und motiviert daher die anderen Bewohner im Haus mitzuarbeiten, gemeinsam zu putzen und zu kochen. „Wo es Leben gibt, da gibt es Hoffnung“, ergänzt er während er sich voller Tatendrang die Putzhandschuhe überzieht.

Wir helfen einander und versuchen gemeinsam die Wartezeit zu überbrücken bis wir einen fixen Platz zugewiesen bekommen.
Joseph, Asylwerber aus Gabun

Egal ob aus Gabun, Afghanistan, Syrien oder Irak - die Menschen, die hier eine vorübergehende Bleibe gefunden haben, verbindet, dass sie das Beste aus der aktuellen Situation machen wollen. Viele nutzen die drei bis fünf Wochen Aufenthaltsdauer im Quartier, um sich erste Deutschkenntnisse anzueignen und mehr über das Land, in dem sie um Asyl ansuchen, zu erfahren. Dass das Zusammenleben unter einem Dach nicht immer reibungsfrei abläuft, weiß Peter Rezk, der für die Heilsarmee Österreich die Einrichtung leitet.

Freiwillige HelferInnen und AsylwerberInnen sitzen gemeinsam an einem Tisch in der Hochstrasse (Foto: Ben Nausner)
Freiwillige HelferInnen unterstützen und begleiten die AsylwerberInnen (Foto: Ben Nausner)

„Es geht darum, einen geregelten Tagesablauf zu schaffen und geduldig mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu sein. Vor allem für Familien bedeutet so eine Wartezeit und die Ungewissheit, wie es weitergeht eine große Herausforderung“, berichtet er aus dem Alltag im Haus. Mit gemeinsamen Essenszeiten, klar geregelten Putzplänen, Freizeitaktivitäten oder von Freiwilligen organisierten Deutschkursen ist der hier herrschende positive und respektvolle Geist gleich bei Betreten des Hauses spürbar. „Von Tag zu Tag denken ist das wichtigste in dieser Arbeit“, betont Peter Rezk.

Zahlreiche Helferinnen und Helfer

Damit das Miteinander gut funktioniert, leisten zahlreiche Freiwillige einen unerlässlichen Beitrag. So kocht etwa Babbu von The Welcoming Organisation (TWO) jeden Tag gemeinsam mit den Flüchtlingen eine warme Mahlzeit. Täglich ab 10 Uhr geht es los und das Küchenteam beginnt Zwiebeln, Kartoffeln etc. zu schneiden, damit alle ein nahrhaftes Essen bekommen.

Asylwerber wäscht den Boden auf im Übergangsquartier
Im Quartier gibt es einen klaren Tagesablauf: mit gemeinsamen Essenszeiten, klar geregelten Putzplänen, ...
Asylwerber und Freiwillige spielen Tischfußball
... Freizeitaktivitäten oder von Freiwilligen organisierten Deutschkursen. (Foto: Ben Nausner)

Weitere freiwillige Helferinnen und Helfer aus der naheliegenden Pfarre Rodaun, der Evangelischen Pfarrgemeinde Wien Liesing und der direkten Nachbarschaft bringen Sachspenden, organisieren Deutschkurse, Spieleabende, Ausflüge und weitere Freizeitaktivitäten. „Hier klappt das. Es ist unkompliziert und wenn ich vorab nachfrage, weiß ich was sie brauchen und kann es einfach vorbeibringen“, erzählt eine Spenderin, die auf ihrem Weg von Breitenfurt nach Wien einen Zwischenstopp eingelegt hat, um Bettwäsche abzuliefern.

Neben den Freiwilligen sind auch Fachkräfte am Werk wie die Mitarbeiter des Diakonie Flüchtlingsdienstes die vor Ort eine Sozial- und Rechtsberatung anbieten und die Betreuerinnen und Betreuer der Heilsarmee die den Alltag der Hausbewohner begleiten.

So können Sie Flüchtlingen in der Notunterkunft helfen!

Um diese Arbeit zu ermöglichen zählt die Diakonie und die die Heilsarmee Österreich auf Ihre Unterstützung. Sei es als Freiwillige/r die gemeinsame Freizeitaktivitäten anbietet, Deutschkurse unterstützt oder durch die Unterstützung mit ausgewählten Sachspenden wie z.B.:

  • Fahrscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel für behördliche Wege
  • Obst (z.B. Bananen, Orangen, Datteln)
  • Flipflops oder Plastikschuhe zum Duschen bis Größe 43
  • Hausschuhe bis Größe 43
  • Werkzeug wie Hämmer, Nägel, Schraubenzieher, Zangen
  • Büroutensilien wie Hefte und Kugelschreiber zum Deutschlernen

Sachspenden können Untertags direkt im Übergangsquartier abgegeben werden.