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Welterschöpfungstag 2016 - es ist fünf vor zwölf

Unter den schwindenden Ressourcen der Erde leiden wirtschaftlich arme Menschen am stärksten. Ein Umsteuern ist dringend nötig. Der Raubbau an der Natur kann verhindert werden. Brot für die Welt, eine Schwesternorganisation der Diakonie, zeigt, wie es möglich ist.

09.08.2016
Blick auf einen ausgetrockneten Wüstenboden © Christof Krackhardt / Brot für die Welt
Der Raubbau an der Natur hat Konsequenzen. Der Klimawandel verstärkt die Wüstenbildung - z.B. in der Region Ukamba in Zentralkenia (Foto: Christof Krackhardt / Brot für die Welt)

Am 8. August 2016 war der Earth Overshoot Day, auf Deutsch Welterschöpfungstag. An diesem Tag hat die Weltbevölkerung so viel ökologische Ressourcen genutzt, wie der Planet im ganzen Jahr regenerieren kann. Wir leben nun bis Jahresende von den "Reserven" unseres Planeten. Durch die Übernutzung werden die zur Verfügung stehenden Ressourcen Jahr für Jahr geringer. 2015 war der Earth Overshoot Day noch am 13. August.

Ressourcen gehen zur Neige

Im Moment beansprucht die Menschheit bereits so viele Ressourcen, dass es 1,6 Erden bedürfte, um diese nachhaltig bereitzustellen. Wir fischen mehr als sich Fischbestand regeneriert. Wir ernten mehr Holz als nachwächst. Wir emittieren mehr Kohlendioxid als die Ökosysteme aufnehmen können. Schon jetzt bekommen wir die Konsequenzen zu spüren: verringerte Biodiversität, kollabierte Fischbestände, Bodenerosion, Klimawandel, Hungersnöte, Kriege um Ressourcen. Unser ökologischer Fußabdruck ist zu groß. Das ist ein Problem für die gesamte Weltbevölkerung. Doch die wirtschaftlich armen Menschen leiden darunter als erste und am stärksten.

Die gute Nachricht: Ein Umsteuern ist möglich.

Francisco Pérez steht vor einer Landkarte

Raubbau an der Natur verhindern

Brot für die Welt, eine Schwesternorganisation der Diakonie, unterstützt in vielen Projekten die Bewahrung von Natur- und Lebensräumen. Ein Beispiel: In der Region Gran Chaco in Argentinien machen skrupellose Vertreter des Agrobusiness den indigenen Völkern ihr Land streitig. Wald wird großflächig brandgerodet, um Platz für den Anbau von Futtermitteln oder Energiepflanzen zu schaffen.

Die Brot für die Welt-Partnerorganisation ASOCIANA organisiert den Widerstand. Mit Hilfe moderner Geoinformationssysteme und engagierter Lobbyarbeit verhilft sie den Indigenen zu ihrem Recht. Auf politischer Ebene engagiert sich Brot für die Welt für die Wahrung der Menschrechte und nachhaltige Entwicklung.

Ein gutes Leben ist für alle Menschen möglich

Der Earth Overshoot Day verdeutlicht, dass Armut und Ungerechtigkeit nur überwunden werden können, wenn Umweltressourcen als Voraussetzung für Entwicklung bewahrt und gestärkt werden. Ein Blick nach Österreich zeigt - gerade die westlichen Länder leben auf Kosten der Länder des Globalen Südens. Würden alle Menschen auf ähnlich großem Fuß leben wie wir in Österreich, wären über 3,3 Erden nötig.

Der Overshoot Day in Österreich war heuer am 17. April!

Die Erde ist begrenzt - unsere Möglichkeiten sind es nicht!
Die Erde ist begrenzt - unsere Möglichkeiten sind es nicht!

Die Erde ist begrenzt - unsere Möglichkeiten sind es nicht!

Wir alle können einen Beitrag leisten, indem wir versuchen, unseren persönlichen ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Unsere Aufgabe ist es, zu zeigen, dass ein gutes Leben auch mit einem nachhaltigen Fußabdruck möglich ist. Nur dann wird es ein gerechtes Zusammenleben auf dieser einen Erde geben.

Dafür ist an einigen Stellen Maßhalten erforderlich:

  • weniger Fliegen,
  • weniger Autofahren,
  • weniger Fleisch essen,
  • effizienter Heizen.

Trotzdem kann das Leben in einer nachhaltigen Welt besser sein. Denn es gibt viel zu gewinnen: autofreie Städte, gutes Essen, Zeitwohlstand, friedliches Zusammenleben, Freiheit, faire Löhne, Ruhe, Naturerlebnis, …   

Mehr Informationen zu Brot für die Welt: www.brot-fuer-die-welt.at

Mehr Informationen zum Welterschöpfungstag, Tipps und Anregungen: