Von Gott und der Welt

Weihnachtswunsch

„Kaum eine Familie ist nicht von tödlicher Gewalt betroffen! Viele haben durch Schießereien Bruder, Kind oder Enkelkind verloren", erzählt mir Bischof Douglas Miles von der Baptistenkirche in Baltimore. In seinem kleinen Kirchenkreis wurden im Vorjahr 236 Menschen ermordet.

14.12.2013
Eine Kerze, die im Dunkel leuchtet (Foto: Pixabay)
Geistliche aus den USA wollen der Waffengewalt ein Ende setzen. (Foto: Pixabay)

Geistliche aus den USA wollen diesem Schrecken ein Ende setzen. Sie suchen nach Auswegen, und ihr Weg führt sie nach Österreich. Denn einer der größten Exporteure für Pistolen hat hier seinen Sitz. Die Firma Glock beliefert 60% der US-amerikanischen Polizei mit Präzisionswaffen.

„Unter Gangstern gilt die Glock als Statussymbol!" berichtet der Bischof. Doch seine Delegation ist nicht gekommen, um die Waffenproduzenten anzuklagen, sondern sie will ihre Hilfe. Es gehe darum, Waffen sicherer zu machen – nicht benutzbar, wenn sie in unbefugte Hände kämen. Bischof Miles zeigt, wie das gehen könnte: Sein Handy sei mit einem Daumen zu „entsichern“.

Computer seien mit einem Fingerprint zu sichern. Warum sollte das nicht auch bei Handfeuerwaffen gehen? Die Technologie existiert. Sie muss nur in Pistolen eingebaut werden. Dass Waffen keinen Schaden anrichten, wenn sie in fremde Hände gelangen, müsse doch auch im Interesse der legalen Waffenbesitzer und der Industrie sein, meint er. Im März wird er wieder nach Österreich kommen, um mit den Waffenfabrikanten zu reden. Vielleicht wird ihm da ja schon der Prototyp einer missbrauchssicheren Waffe präsentiert?

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".