Von Gott und der Welt

Was Lehrer tun

Beginne den Tag mit der Zeitung und der Bibel in der Hand und lass beide miteinander sprechen.

18.04.2015
Blick durch ein Fenster in ein Klassenzimmer (Foto: Diakonie)
Wer bei den Chancen der Kinder spart, spart ihre Zukunft ein. (Foto: Diakonie)

Bis in meine alten Tage folge ich diesem Rat meines Lehrers. So lese ich auf der einen Seite von den Plänen der Regierung, bei der Bildung sparen zu wollen und dass Lehrerinnen und Lehrer zwei Stunden mehr unterrichten sollten, und lese schlechte Witze auf Kosten der Lehrer.

Auf der anderen Seite lese ich die Bibel, im Hebräerbrief: „Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.“

Wer bei den Chancen der Kinder spart, spart ihre Zukunft ein.
Michael Chalupka, Diakonie-Direktor

Lehrer müssen vieles tun. Sie unterrichten, planen, korrigieren, betreuen vorwissenschaftliche Arbeiten, sitzen in Konferenzen, sind Streitschlichter, Sozialarbeiter und ihre eigenen Sekretäre und Fundraiser für engagierte Projekte. Dass ihre Tätigkeit nicht nur den Kopf, sondern auch die Seele der Schüler betrifft, das wissen wir alle. Die Spardebatte kann einen nur wundern. In den Schulen braucht es mehr. Es braucht anständige Arbeitsplätze, mehr Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen und eine Entlastung bei der Bürokratie, damit Lehrerinnen und Lehrer den Kopf und das Herz frei haben für den Unterricht. Dann wäre viele wohl auch bereit, mehr Zeit mit den Schülern zu verbringen und das mit Freuden zu tun und nicht mit Seufzen. Aber diese Debatte wird nicht geführt. Wir müssen ja sparen. Wer bei den Chancen der Kinder spart, spart ihre Zukunft ein.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone“.