„Im BACH Bildungszentrum habe ich alle wichtigen Grundlagen für meine gute Integration mitbekommen“

„Vorankommen und einen guten Beruf lernen war mir immer wichtig“

Abdi stammt aus Somalia, aus einer kleinen Stadt die seit vielen Jahren von der Al-Shabaab Miliz bedroht ist. Auch Abdi sollte von ihnen rekrutiert werden und für den somalischen Al-Qaida Ableger kämpfen. Bevor dies wahr wurde, sorgten Abdis Eltern dafür, dass er entkommen konnte und vertrauten ihn einem Schlepper an.

01.06.2016
Porträtfoto von Abdi
"am Schluss hatte ich lauter Einser. Das war mir wichtig, denn ich wollte immer vorankommen"

„Ich hatte keine Ahnung, wo ich war, als ich in einem österreichischen Zug von der Polizei angehalten wurde“, erzählt Abdi, jetzt 21 damals 16 Jahre alt. Heute würde keiner glauben, dass der junge Mann damals verschüchtert und sprachlos war. Nachdem er um Asyl angesucht hatte, kam Abdi für einige Monate in ein Jugendquartier des Diakonie Flüchtlingsdienst, wo er Freunde fand, Deutsch zu lernen begann, und von den BetreuerInnen zum Hauptschulabschlusskurs im BACH Bildungszentrum der Diakonie angemeldet wurde.

"Abdi hat sich bald hervorgetan als jemand der sehr gut lernt, sehr wissbegierig ist", erzählt seine damalige Betreuerin Carina Pachler. Er hatte in Somalia die Chance gehabt, acht Jahre die Schule besuchen zu können, was leider nicht allen Jugendlichen in dem Kriegsgeschüttelten Land möglich ist. „Das hat mir sicher geholfen, dass ich in kurzer Zeit den Hauptschulabschluss geschafft habe“, betont Abdi. „BACH war aus mehreren Gründen sehr wichtig für mich. Ich war damals noch viel ruhiger und sehr zurückhaltend, aber jeder Tag dort hat mir Spaß gemacht. Es gab keine Langeweile, und am Schluss hatte ich lauter Einser. Das war mir wichtig, denn ich wollte immer vorankommen und einen guten Beruf lernen“.

Jugendiche beim Lernen
Abdi hat - wie viele junge Flüchtlinge - bei BACH mit dem Hauptschulabschluss die wichtigste Grundvoraussetzung zur Integration geschaffen.

Und das ist ihm auch gelungen: Er macht in Wien eine Lehre zum Wasser und Heizungs-Installateur. Derzeit ist Abdi im dritten Lehrjahr und wird im kommenden Jahr die Lehre abschließen. „Am Anfang war es sehr schwer. Ich bin überall wegen meiner Hautfarbe auf Vorurteile gestoßen. Auch heute begegnen mir die Leute auf der Straße sehr reserviert, und manchmal feindselig. Aber in der Arbeit ist das ganz anders: Die Kollegen sind dort zu Freunden geworden!“, erzählt Abdi.

Wie Abdi trotz dieser schwierigen Startbedingungen von seinem Lehrherrn aufgenommen wurde erzählt er so: „Der Chef war eines Tages bei BACH und hat uns seinen Betrieb und die Arbeit als Installateur vorgestellt. Er hat damals Lehrlinge gesucht. So bin ich eine Woche zu ihm in die „Schnupperlehre“ gegangen, und habe herausgefunden, dass mir diese Arbeit gefällt. Ich habe dann noch ein Bewerbungsgespräch machen müssen, und wurde schlussendlich genommen.“

Jetzt ist Abdi ein Teil seiner Baustellenpartie. Er hat schon auf zwei Großbaustellen Gas und Wasser installiert.

Jedes Mal wenn ich an dem Hochhaus am Hauptbahnhof vorbeikomme, erinnere ich mich, dass ich das riesige Haus in- und auswendig kenne

freut sich Abdi.

Jungen Flüchtlingen, die jetzt nach Österreich kommen, gibt Abdi einen Rat: „Deutsch lernen ist der Schlüssel zu so vielen Möglichkeiten! Deutsch verstehen und reden zu können ist das Allerwichtigste. Erst dann kann man sich weiterbilden und Arbeit suchen“.

Abdis Traum ist jetzt erst einmal, den Lehrabschluss zu schaffen. Aber er träumt weiter: „Vielleicht mache ich dann noch die Matura und studiere Gebäudetechnik“

Alle Infos zum BACH-Bildungszentrum

BACH ist ein Bildungszentrum der Diakonie in Mödling (NÖ), wo junge Migrantinnen und Migranten Basisbildung und Alphabetisierung erfahren, und danach ihren Pflichtschulabschluss absolvieren können. Außerdem können sie Bildungs- und Berufsberatung, sowie eine Einführung in den ersten Arbeitsmarkt bekommen.

Abdi hat - wie viele junge Flüchtlinge - bei BACH mit dem Hauptschulabschluss die wichtigste Grundvoraussetzung zur Integration geschaffen. Nur nach einem formalen Hauptschulabschluss ist der Einstieg in das österreichische (Aus-)Bildungssystem möglich, und auch einen Zugang zum Arbeitsmarkt gibt es in Österreich nur mit einem Hauptschulzeugnis.