Von Gott und der Welt

Vom Kümmern und Sorgen

Die Woche der Sorge und des Kummers liegt vor uns. In der Karwoche, von Palmsonntag bis zum Karsamstag,  gedenkt die Christenheit des Leidens Jesu.

12.04.2014
Eine Frau in einem Rollstuhl und eine jüngere Frau im Gespräch
Auch heute sind es überwiegend Frauen, die sich um Pflegebedürftige kümmern

Der Begriff Karwoche leitet sich von althochdeutsch „kara", Sorge, Kummer her. Kummer und Sorge sind erstaunliche Worte. In ihnen schlummert bei aller Bedrückung, die sie ausstrahlen, auch schon ihr Gegenteil. Es ist etwas ganz anderes, wenn wir Sorgen haben, als wenn wir umsorgt werden, ob man voller Kummer ist, oder sich jemand um einen kümmert. Dort, wo Sorge und Kummer geteilt werden, erwachen Hoffnung und Zuversicht.

Die Leidenswoche Christi hat etymologisch mit der Sorge- und Pflegearbeit zu tun. Es sind die Frauen, die Jesus in der Karwoche begleiten und nicht fliehen. Sie salben Jesus und stehen ihm beim Sterben bei.
Barbara Heyse-Schaefer, Evangelischen Frauenarbeit

Wir dürfen uns nichts vormachen. Auch heute sind es überwiegend Frauen, die sich um Pflegebedürftige kümmern, die andere nicht im Kummer und Sorge verharren lassen, sondern für ihr Wohl Sorge tragen. Immer noch fehlt es dafür an gesellschaftlicher Anerkennung. Die Karwoche bietet Gelegenheit, über Verbesserung etwa bei der Unterstützung sorgender, pflegender Angehöriger nachzudenken. Denn sie zeigen uns, dass Kummer und Sorge nicht das letzte Wort haben. Dass Hoffnung und Zuversicht erwachen können, wenn Menschen umsorgt werden und jemand sich um sie kümmert.

„Von Gott und der Welt", die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der Kronenzeitung.