Morgen ist der "Internationale Tag der älteren Menschen"

Vielfältige Wohn- und Lebensmodelle für ältere Menschen

Wie wollen wir alt werden? Ich welchem Umfeld wollen wir dies tun? Zuhause wohnen oder doch in einer Einrichtung mit Betreuung leben? Oder gibt es ein Dazwischen? Das Diakoniewerk will mit zeitgemäßen Wohnkonzepten ein neues Bild des Altwerdens zeichnen.

29.09.2015
 in der Küche einer Hausgemenschaft
In der Küche einer Hausgemenschaft im Haus Abendfrieden

Viele Fragen drehen sich heute um Wohnen und Leben im Alter. Einerseits aufgrund der demographischen Entwicklung, andererseits weil ältere Menschen inmitten der Gesellschaft wohnen und am sozialen Leben teilhaben können sollen.

Um das zu ermöglichen brauchen wir Wohnmodelle und eine Infrastruktur, die den unterschiedlichen Bedürfnissen von Menschen im Alter gerecht werden. "Wohnen mit Betreuung" bis hin zum Wohnen mit Pflege, aber auch neue Wege des Generationenwohnens und der Quartiersarbeit, die den Sozialraum in den Mittelpunkt rücken, können dazu beitragen.

„Wir brauchen neue Bilder des Miteinanders mit älteren Menschen, solche die das Alter nicht als Bedrohung sondern als Chance sehen. Bilder, die die Potentiale, die ältere Menschen haben, sehen und schätzen; Bilder die uns als eine Gesellschaft sehen, als Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen“, betont Mag. Christa Schrauf, Rektorin des Diakoniewerks.

Das Ziel ist ein Inklusives Miteinander, das sich dadurch auszeichnet, dass Menschen im Alter mitten in der Welt ihren Platz behalten und die Welt nicht künstlich zu ihnen nach Hause gebracht werden muss.

Die vierte Generation – generationenübergreifendes Wohnen.

Mit dem Wohnquartier „Rosa Zukunft“ in Salzburg, welches im Dezember 2013 bezugsfertig war, konnte das Diakoniewerk das erste Quartierskonzept in Österreich in der Praxis umsetzen. Damit bietet das Diakoniewerk eine moderne Alternative zum oft unfreiwilligen anonymen Leben in den Großstädten. Es geht darum, gute Nachbarschaften aufzubauen, die in schwierigen Situationen schnelle, unkomplizierte und auch kostenlose Hilfe leisten können und wollen. Vor allem für Menschen im Alter, Menschen mit Behinderung oder jungen Familien bietet dieses Konzept zusätzliche Sicherheit im Alltag. Denn die Auflösung traditioneller Familienverbände, vor allem auch in den Städten, stellt so manchen vor neue Herausforderungen: Woher bekommt man unkompliziert Hilfe im Alter, wenn man welche benötigt? Wer könnte spontan auf mein Kind aufpassen, während ich zum Arzt gehe? Eine Wohnkoordination, direkt vor Ort, unterstützt und vernetzt die Menschen und ihre unterschiedlichsten Interessen.

„Wohnprojekte wie die Rosa Zukunft in Salzburg unterstreichen die Wichtigkeit gelebter Solidarität zwischen der jüngeren und der älteren Generation, die den Zusammenhalt, den Austausch und damit das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen fördert“, betont Rektorin Schrauf.

Die erste Befragung der BewohnerInnen in Salzburg nach einem Jahr zeigt, dass das Wohnprojekt sehr gut angenommen und den Bedürfnissen aller Generationen voll gerecht wird. Zwei weitere Projekte entstehen derzeit in Salzburg und auch in Wien sind zwei Projekte in Umsetzung.

Unter dem Titel „Mehr Zeller Nachbarschaft“ werden auch im oberösterreichischen Bad Zell Überlegungen zur Quartiersarbeit getroffen – mit dem Ziel, die Entwicklung von einer gut versorgten zu einer mitsorgenden Bad Zeller Nachbarschaft, in der alle Altersgruppen ihr Leben gut gestalten können, mit konkreten Maßnahmen zu forcieren. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Pfarre, den Vereinen und weiteren Organisationen und Gruppen will das Diakoniewerk den Sozialraum sowie die „Mehr Zeller Nachbarschaft“ aktiv gestalten.

Selbständig wohnen – Unterstützung auf Bestellung

Wohnformen wie „Wohnen mit Betreuung“ bieten den Vorteil, selbstständig und unabhängig leben zu können, zugleich jedoch für die kleinen und großen Dingen des Alltags Unterstützung zu erhalten. Denn mit dem Mietvertrag zur eigenen Wohnung wird ein Basispaket von Unterstützungsleistungen mit gebucht, wie 24-Stunden-Rufbereitschaft für Notfälle, die Organisation von Mittag- bzw. Abendessen bis zur Unterstützung bei Freizeitaktivitäten.

Im Wohnpark Diakonissen Linz werden bereits seit Ende 2012 22 Wohnungen nach diesem Modell geführt. Zuletzt wurden in der Ramsau zwölf Wohnungen mit Betreuung für ältere Menschen eröffnet und zehn seniorengerechte Wohnungen in Schladming. Mit Ende 2016 wird es in Gallneukirchen im Haus Bethanien acht barrierefreie Wohnungen mit Betreuung für Menschen ab 60 Jahre geben. Auch in Bad Zell entstehen fünf Wohnungen im neuen Haus für Senioren, welches ab Beginn 2016 vom Diakoniewerk geführt wird.