Von Gott und der Welt

Vertrauen

Vertrauen und Sicherheit machen das Leben erst möglich und schön. Schon in aller Herrgottsfrühe vertrauen wir in diesen kalten Tagen darauf, dass der Schnee geräumt ist und der öffentliche Verkehr uns pünktlich in die Arbeit bringt. Unsere Kinder vertrauen wir den Lehrerinnen an und uns selbst, wenn es schmerzt, sogar dem Zahnarzt.

24.02.2018
Ein Porträt von Diakonie Direktor Michael Chalupka (Foto: Luiza Puiu)
Vertrauen und Sicherheit machen das Leben erst möglich

Ohne Vertrauen geht es nicht. Vertrauensverlust wird deshalb als bedrohlich erlebt. Fühlen wir uns bedroht, schwindet auch das Vertrauen. Dafür braucht es gar keine objektiven Gründe.

Deshalb wird gerne von einem Schwinden des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung gesprochen. Gegen diese gefühlte Bedrohung soll nun mehr Überwachung helfen. Ganz nach dem Spruch: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Dieser Spruch wird wohl fälschlich dem russischen Revolutionsführer Lenin zugeschrieben, was ihn aber eher nicht vertrauenswürdiger macht.

Einander zu vertrauen auch in Zeiten, in denen man sich unsicher fühlt, birgt einen großen Vorteil, eine Belohnung in sich.
Michael Chalupka

In der Bibel steht hingegen: „Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“ Die ersten christlichen Gemeinden mussten ganz objektiv um ihre Sicherheit fürchten, sie waren der Verfolgung ausgesetzt, und doch sollten sie von ihrem Vertrauen nicht ablassen.

Denn einander zu vertrauen auch in Zeiten, in denen man sich unsicher fühlt, birgt einen großen Vorteil, eine Belohnung in sich. Vertrauen macht das Leben in der Gemeinschaft lebenswert, ständige Kontrolle und Misstrauen machen einsam.