Von Gott und der Welt

Unter einem guten Stern

Dieser Tag kommen sie wieder, die Heiligen Drei Könige. Wir öffnen die Türen, sie singen und sammeln, um Hilfe zu bringen – „unter einem guten Stern“, wie es heißt.

06.01.2018
Figuren der Heiligen 3 Könige (Foto: Pixabay)
Die Geschichte von den „Magiern aus dem Osten“, wie es im Matthäusevangelium heißt, hat einen prominenten Platz am Anfang des Evangeliums und eine wichtige Botschaft. (Foto: Pixabay)

In der Bibel ist von Königen noch nicht die Rede. Doch die Geschichte von den „Magiern aus dem Osten“, wie es im Matthäusevangelium heißt, hat einen prominenten Platz am Anfang des Evangeliums und eine wichtige Botschaft. Die Magier aus dem Osten begehen gleich zu Beginn ihrer Suche nach dem Jesuskind einen folgenschweren Fehler. Sie folgen nicht dem Stern, sondern suchen den Heiland bei König Herodes, im Zentrum der Macht.

Herodes, mit allen Wassern der Herrschaftssicherung gewaschen, trägt ihnen auf, am Rückweg vorbeizukommen und ihm mitzuteilen, wo sie denn den vermeintlichen König der Juden, der ihm Konkurrenz zu machen droht, gefunden hätten.

Jesus ist nicht bei den Mächtigen zu finden, sondern bei denen ohne Macht.

Nachdem sie das Kind in der Krippe gefunden hatten und ihn als wahren König anerkannten, indem sie ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe schenkten, kehrten die Magier jedoch heimlich in ihre Heimat zurück und ließen Herodes links liegen. Der aber wurde wütend und ließ die Kinder Bethlehems ermorden.

Die Familie Jesu entkam nur durch Flucht. Die Magier aus dem Osten aber hatten gelernt: Jesus ist nicht bei den Mächtigen zu finden, sondern bei denen ohne Macht. Und für die Ohnmächtigen dieser Welt sammeln auch die Heiligen Drei Könige, die dieser Tage vor unseren Türen stehen.

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone".